Bundesbank informiert Weniger Falschgeld in Deutschland

Im Jahr 2011 hat die Bundesbank rund 39.000 falsche Euro-Banknoten registriert. Damit ist die Zahl der Fälschungen gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Drittel gesunken. Die Bundesbank gibt Tipps, wie man so genannte "Blüten" erkennen kann.

Nicht jede falsche Banknote ist so einfach zu erkennen wie diese. - © Klaus Eppele (Fotolia)

Rein rechnerisch kommen pro Jahr fünf falsche Geldscheine auf 10.000 Einwohner, 2010 waren es noch sieben gewesen. Der Schaden durch Falschgeld hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 3,4 auf 2,1 Millionen Euro reduziert.

Am häufigsten werden in Deutschland 50-Euro-Scheine gefälscht, sie machen 42 Prozent aller Fälschungen aus. Dennoch hat hier die Zahl der Betrugsfälle besonders stark abgenommen. Sie ging um mehr als die Hälfte zurück. Mit 36 Prozent werden 20-Euro-Scheine am zweit häufigsten gefälscht, gegen den Trend gab es hier etwas mehr falsche Banknoten (+ 10 Prozent).

Blüten erkennen

Die Bundesbank weist darauf hin, dass man Geldnoten trotz des Rückgangs stets aufmerksam prüfen sollte, da es für Falschgeld keinen Ersatz gibt.

Dabei sollte man mehrere Sicherheitsmerkmale zusammen betrachten, denn die Sicherheit liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale:
  • Auf der Vorderseite der Banknoten kann man zum Beispiel fühlen, dass Teile der Schrift erhaben sind.
  • Im unbedruckten Bereich des Geldscheines kann man das Wasserzeichen in Durchsicht erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Bei Scheinen bis 20 Euro kann man den Perlglanzstreifen beim Kippen der Note überprüfen, bei Scheinen ab 50 Euro den Farbwechsel der rechten Zahl.
Wenn man eine verdächtige Banknote prüft, sollte man immer einen zweifelsfrei echten Schein zum Vergleich nehmen, zum Beispiel aus einem Geldautomaten. Hilfsmittel wie Lupen, Prüfstifte oder UV-Lampen sind nicht immer eindeutig, deswegen sollte man zusätzlich noch weitere Sicherheitsmerkmale hinzuziehen.

Kostenlose Schulungen der Bundesbank

Über ihr Filialnetz bietet die Bundesbank kostenlose Schulungen zur Falschgeldprävention an. Weitere Informationen und ein interaktives Lernprogramm sind auf der Webseite der Bundesbank verfügbar.

Sicherheit durch mobile Anwendung

Bald könnte es möglich sein, Falschgeld auch mithilfe eines Smartphones zu erkennen. Professor Volker Lohweg vom Institut Industrial IT der Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat mit seinem Team eine App entwickelt, die schnell und einfach "Blüten" von echten Geldscheinen unterscheidet. "Die App identifiziert mithilfe von Bildverarbeitung und Mustererkennung, ob die Banknoten echt oder falsch sind. Das funktioniert schon mit einer durchschnittlichen Kamera am Smartphone", erklärt Lohweg.

Die Anwendung soll demnächst mit einem Partner des Instituts auf den Markt gebracht werden und für jeden zugänglich sein. dhz