In den vergangenen fünf Jahren sind die Neugründungen in Deutschland geschrumpft - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Zumindest zeichnet sich aber eine Trendwende ab.
Die Zahl der Geschäftsneugründungen in Deutschland hinkt im Vergleich zu anderen Staaten hinterher. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsprüfernetzwerks UHY. Die Prüfer untersuchten die Geschäftsgründungen in 19 Ländern in den vergangenen fünf Jahren. Demnach sind in Deutschland die Zahlen im Schnitt um drei Prozent gesunken, während die Neugründungen in den führenden Industriestaaten um plus 0,4 Prozent zulegten. Damit steht Deutschland auf Rang 14 von 19 untersuchten Ländern.
2010 wurden laut dem Institut für Mittelstandsforschung 417.644 neue Betriebe gegründet; 2006 waren 471.249. Allerdings zeichnet sich eine Trendwende ab, weil die Zahl der Gründungen im vergangenen Jahr wieder um 1,2 Prozent stieg.
Schwierige Finanzierung
Christian Slota, Partner von UHY, spricht von "beträchtlichen Hürden für das Unternehmertum, die ein Wachstum hemmen". Vor allem bestehe das Problem der Finanzierung weiterhin. Einerseits seien dafür "restriktive Bankkreditbedingungen" verantwortlich, andererseits politische Rahmenbedingungen.
"Anstelle von Förderungen für Neugründungen gab es Erleichterungen etwa durch Steuer- und Zinsfreibeträge. Aus Angst vor Steuerausfällen blieben diese Maßnahmen halbherzig und teils zunächst bis zum 31.12.2010 befristet", schreibt UHY in der Studuie.
Auf Rang eins der Neugründunegn 2006 bis 2010 steht Russland, gefolgt von Frankreich und Estland. Den schlechtesten Wert hat das gebeutelte Spanien, wo die Geschäftsneugründungen um knapp 15 Prozent geschrumpft sind. dhz