Jungunternehmer, die sich im Krisenjahr 2009 selbstständig gemacht haben, sind durchschnittlich innovativer und umsatzstärker als die Gründer des darauffolgenden Wirtschaftsaufschwungs. Aber auch etablierte Unternehmen können mit Innovationen punkten: Häufig reicht es schon aus, bestehende Produkte für die eigenen Kunden anzupassen.

Die Innovationstätigkeiten junger Unternehmen sind 2010 im Vergleich zu 2009 zurückgegangen, zu diesem Ergebnis kommt das KfW-ZEW-Gründungspanel. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass junge Unternehmen in der Wirtschaftskrise auf die negativen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagiert hatten. Innovationen und ein darauf basierender Wettbewerbsvorteil waren in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig.
Mit dem beginnenden Wirtschaftsaufschwung gingen die Innovationen wieder zurück. Im Jahr 2009 hatten 16 Prozent der im selben Jahr gegründeten Unternehmen eine Marktneuheit eingeführt, 2010 lag der Anteil nur noch bei 12 Prozent. Offensichtlich sahen im Jahr 2010 weniger junge Unternehmen die Notwendigkeit, beispielsweise ihre Produktpalette zu erweitern oder zu erneuern: auch so sahen sie gute Chancen, erfolgreich in den Markt einzutreten.
Die Autoren der Studie machen Innovation an vier Indikatoren fest:
- Marktneuheiten (Einführung neuer Produkte auf dem regionalen, deutschlandweiten oder internationalen Markt)
- Produktinnovationen (Produkt, das auch Sicht des Unternehmens neu ist)
- Prozessinnovationen (neue Herstellungsverfahren)
- Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Helmut Fryges, Mitautor der Studie vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, erklärt, dass teure und anspruchsvolle Forschungsaktivitäten nicht für alle Unternehmen in Frage kämen.
Produktinnovationen haben dagegen einen etwas bescheideneren Anspruch und werden aus Sicht der Unternehmen definiert: ein Produkt ist laut Studie dann eine Innovation, wenn es für das jeweilige Unternehmen neu ist, nicht für den gesamten Markt. So können innovative Unternehmen ihre Produkte für die jeweiligen Kunden anpassen, deren Qualität verbessern oder die Produktpalette erweitern, betont Fryges.
Das KfW/ZEW-Gründerpanel entstammt einer Kooperation des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), der KfW-Bankengruppe und des Verbands der Vereine Creditreform. Die Studie verfolgt die Entwicklung neu gegründeter Unternehmen über mehrere Jahre und befragt zu diesem Zweck jährlich rund 6.000 Unternehmen am Telefon. Ziel ist es, die Informationsgrundlage für die Gründungsförderung zu verbessern und die Gründungsforschung in Deutschland zu befruchten. jf