Das griechische Wort "Strategem" bedeutet Kriegslist oder Kunstgriff. Das davon abgeleitete deutsche Wort "Strategie" hat aber nichts mit einer besonderen List zu tun. Es bezeichnet rein wirtschaftlich gesehen das Vorgehen eines Unternehmens, sich Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten und diese zu sichern. Besonders wichtig ist es daher für jeden Handwerksbetrieb, festzulegen, wie sein eigenes Strategiekonzept aussieht.
Jana Tashina Wörrle
Ein klares Ziel vor Augen
Das griechische Wort "Strategem" bedeutet Kriegslist oder Kunstgriff. Das davon abgeleitete deutsche Wort "Strategie" hat aber nichts mit einer besonderen List zu tun. Es bezeichnet rein wirtschaftlich gesehen das Vorgehen eines Unternehmens, sich Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten und diese zu sichern. Doch auf dem Weg zu einer stabilen Unternehmensstrategie gibt es so manche Herausforderungen zu bewältigen. Besonders wichtig ist es daher auch für jeden Handwerksbetrieb, festzulegen, wie sein eigenes Strategiekonzept aussieht. Denn so manch eine gute Geschäftsidee ist schnell wieder vergessen, wenn man sie nicht zu Papier bringt.
"In vielen kleinen und mittleren Betrieben sind derlei Versäumnisse keine Seltenheit", sagt der Steuer- und Strategieberater Willi Kreh. Das sei umso bedauerlicher, weil eben diese Unternehmen als Taktgeber für Innovationen gelten. Mit einem ausformulierten Strategiekonzept könne man das vermeiden, rät er.
Was gehört in ein Strategiekonzept?
Das Strategiekonzept ist ein Teil des von Banken oder Förderinstituten geforderten Businessplans, das die Kernkompetenzen des Betriebs beschreibt und zeigt, welche Leistungen die Mitarbeiter erbringen. Es kann aber auch für sich alleine stehen und bietet für den Unternehmer eine wichtige Grundlage seiner Entscheidungen. "Im Strategiekonzept stehen die Unternehmensziele und die künftigen Aktionen eines Unternehmens", sagt Norbert Durst, Beauftragter für Innovation und Technologie der Handwerkskammer Region Stuttgart. Bei der Entwicklung einer Unternehmensstrategie müsse der Betrieb im Ganzen betrachtet werden. Besteht die Strategie zum Beispiel in der Erweiterung des Leistungsangebots, gehört zu den dafür notwendigen Investitionen möglicherweise auch die entsprechende Schulung der Mitarbeiter. Aber auch das Marketing und Vertriebskonzept müssen auf das neue Leistungsangebot abgestimmt werden. "Eine wichtige Grundregel lautet, dass wir uns dem Markt anpassen müssen und nicht umgekehrt", sagt Kreh. Aus diesem Grund müsse auch jeder Handwerksunternehmer immer wieder prüfen, wo er steht, und festlegen, was seine Ziele sind. "Ich rate dazu, sich immer erst einmal die aktuelle wirtschaftliche Situation anzusehen, dann die eigenen Ziele festzulegen und schließlich zu schauen, mit welchen Maßnahmen diese Ziele in erreichbare Nähe rücken", sagt Durst.
An den Bildungsakademien der Handwerkskammern könnten Unternehmer lernen, wie man Strategien Schritt für Schritt entwickelt. Bei der Situationsanalyse sollte der Unternehmer auch zuverlässige Aussagen zum Markt, in dem er tätig ist, zur seiner eigenen Stellung darin und zu den Wettbewerbern treffen können. Einen guten Vergleich bieten hier die Branchenreporte der Volksbanken und der Sparkassen, aber auch Dienstleistungsunternehmen wie DATEV bieten die Möglichkeit, monatlich oder vierteljährlich eine Analyse der Wettbewerbssituation zu bekommen. Dies ist jedoch kostenpflichtig.
Es geht darum, die eigenen Leistungen - inklusive der Stärken und Schwächen - einmal festzulegen und aufs Papier zu bringen. Genauso sollte jeder Unternehmer seine Zielgruppe definieren und darstellen, wie seine Angebote für diese Personen einen Mehrwert bieten. Sind diese Faktoren einmal festgelegt, kann der Betrieb sie auch für das eigene Marketing nutzen. Nach dieser Marktanalyse und nachdem man seine eigene Position gefunden hat, geht es also darum, seine Ziele und die dafür notwendigen Aufgaben zu bestimmen.
Wie sollte ein Strategiekonzept formuliert sein?
"Umso konkreter, umso besser", lautet dann die Devise, wenn es darum geht, die Ziele zu formulieren. Mehr Kunden und einen höheren Umsatz wünscht sich jeder Unternehmer, aber festzulegen, mit welchen Maßnahmen dies erreicht werden könnte, fällt umso schwerer. Um das langfristige Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und um sich auch bei der Verteilung der zu erledigenden Aufgaben leichter zu tun, sollte der Betrieb Etappenziele im Strategiekonzept einplanen und erst einmal überlegen, wie diese erreicht werden können - denn Etappenziele ziehen dann oft auch Etappensiege nach sich. Und auch die Erfahrung des Strategieberaters Kreh zeigt, dass es hilfreich ist, sich feste Termine zu setzen, wann abgesteckte Ziele oder Etappenziele erreicht werden sollen.
Wie hilft das Strategiekonzept bei der Kreditverhandlung?
Darüber hinaus sind Strategiekonzepte aber auch ein wichtiges Element, wenn es darum geht, einen Bankmitarbeiter von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen und einen Kredit zu bekommen. "Ein schlüssiges Strategiekonzept bietet die Chance, der Bank zu demonstrieren, dass man das eigene Unternehmen auf der Basis eines nachvollziehbaren und durchdachten Konzepts führt", sagt Kreh. Das Strategiekonzept dient der Bank dabei als erste Einschätzung, es ersetzt aber nur in einzelnen Fällen den ausführlichen Businessplan. "Das Strategiekonzept ist Teil des Businessplans. Der Businessplan enthält weitere Bestandteile, wie Investitions- und Liquiditätspläne", erklärt Durst.
Ein Strategiekonzept beim Kreditgespräch vorlegen zu können, bietet dem Unternehmer viele Vorteile, trotzdem sollte er nicht der Einzige sein, der von der erarbeiteten Strategie erfährt. "Der Unternehmer sollte die Strategie seinen Mitarbeitern vermitteln. Noch besser ist es, wenn er sie in die Strategieentwicklung einbezieht, denn das steigert ihre Motivation und trägt letztlich zu ihrem Erfolg bei", sagt Durst. Zudem sei es wichtig, dass Konzept immer wieder zu überarbeiten und den herrschenden Marktbedingungen genauso wie der Situation des Betriebs anzupassen und nicht strikt an den einmal erarbeiteten Zielen festzuhalten. "Aber auch dazu sollte sich der Unternehmer einen festen Termin setzen", rät Kreh.
Weitere Informationen zum Thema Strategiekonzepte auch unter kapitalundberatung.de .