Das neue Produktions- und Verwaltungsgebäude für 2E mechatronic ist energetisch optimiert

Ökologisch neugebaut
Der schwäbische Mittelständler 2E mechatronic hat sich vor allem als Zulieferer für die Automobilindustrie und die Medizintechnik einen Namen gemacht. Qualität ist Teil der Firmenphilosophie, ebenso der Umweltschutz. Dass dies nicht nur leere Worte sind, zeigt das neue Produktions- und Verwaltungsgebäude, das 70 Prozent weniger Energie verbraucht als eine konventionell gebaute Halle. Produktionsabwärme, Geothermie, Brauchwasser und Photovoltaik sind in das ökologische Gesamtkonzept eingeflossen.
Nah dran an der Produktion
Mit dem Bauvorhaben hat sich 2E mechatronic an Freyler Industriebau gewandt. Nach Informationen des Bauunternehmens analysierte Freyler gemeinsam mit den Bereichsleitern und dem Geschäftsführer Uwe Remer das über Jahre gewachsene Bestandslayout, hinterfragte es kritisch und entwickelte daraus ein Funktionslayout. Dieses habe den Freyler-Architekten als Grundlage für Planung und Konzeption gedient.
Im Bestand habe es ursprünglich eine starke räumliche Trennung und lange Wege zwischen Produktion und Verwaltung gegeben, die aufgehoben werden sollten. „Drei Etagen über der Produktion saß damals die Verwaltung“, erklärt Uwe Remer, „unten hieß es dann nicht ganz unrichtig: Die da „oben“ haben entschieden.“ Jetzt sind die Büros direkt an die Produktion angedockt, sie schieben sich wie eine Schublade aus der Halle. Ganz bewusst gebe es nur einen Eingang für alle Mitarbeiter. Das Innere der Verwaltung strahle mit verglasten Trennwänden Transparenz aus.
Im Hinblick auf ein möglichst energieeffizientes Gebäude machte Freyler mehrere Vorschläge und zeigte den Entscheidern entsprechende Vor- und Nachteile auf. Erster Ansatz war die Tatsache, dass ein Kunststoffverarbeiter wie 2E mechatronic sehr viel Wärme erzeugt - das Granulat muss für die Bearbeitung stark erhitzt werden. „Diese Wärme haben wir früher zum Fenster hinausgeheizt“, berichtet Uwe Remer, „heute nutzen wir sie für die Fußbodenheizung der Büros.“
Auf Wunsch der Bauherren sollten keine fossilen Brennstoffe für die Heizung eingesetzt werden. Die ökologische Alternative hieß Geothermie: Eine Luft-, Wasser-, Wärmepumpe heizt im Winter und kühlt im Sommer. Eine „Notheizung“ in Form eines Gasbrennwertkessels lässt sich bei extremer Kälte, Produktionsstillstand oder Wartungsarbeiten zuschalten.
Da der Strombedarf bei 2E mechatronic sehr hoch ist, wird auf dem Dach der Produktionshalle eine Photovoltaikanlage installiert. Sie speist etwa 900 kWh pro Jahr ins Stromnetz ein. Da sie nachts keinen Strom erzeugt, kann sie allerdings nicht als alleinige Energiequelle im Drei-Schicht-Betrieb genutzt werden.
Basis der energiesparenden Bauweise ist die Dämmung weit über die geforderten gesetzlichen Vorgaben hinaus. In der Produktion sorgen 10 cm starke Sandwichelemente für hervorragende Dämmwerte: Der U-Wert von 0,24 W/m²K entspricht etwa einem 40 cm dickem Mauerwerk.
Die Verwaltung ist ein Massivbau mit einem 18 cm starken Polystyrol-Vollwärmeschutz, sämtliche Fenster sind dreifach verglast. Damit geht das Gebäude weit über die gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung hinaus. Die Forderungen nach einem Niedrigenergieniveau werden um 30 Prozent unterschritten. Im Gegensatz zu einem konventionell gebauten Gebäude wurde der Energiebedarf sogar um 70 Prozent reduziert.dhz