Berufsbildung ohne Grenzen Azubi-Auslandspraktika werden attraktiver

Junge Bäcker zieht es zum Lernen nach Italien, Friseurinnen nach Frankreich und Holzverarbeiter nach Skandinavien: Azubis schnuppern während der Lehre gern Auslandsluft.

Auszubildende zieht während ihrer Ausbilung immer häufiger ins Ausland. Foto: Lennart Preiss/dapd.

Azubi-Auslandspraktika werden attraktiver

Immer mehr Unternehmen in Deutschland ermöglichen es ihren Azubis, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. So haben 2010 allein rund 1500 junge Menschen mit Unterstützung der Mobilitätsberaterinnen und -berater der Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolviert.

Im Gegenzug hätten 500 Auszubildende und junge Fachkräfte aus dem europäischen Ausland Einblicke in Unternehmen in Deutschland erhalten. Das ergibt eine erste Auswertung des Programms "Berufsbildung ohne Grenzen", einer Initiative des Bundesarbeitsministeriums, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

"Das Handwerk ist gut dabei", sagt Vlad Chiorean von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk in Düsseldorf über das Engagement der Handwerksbetriebe. So würden zum Beispiel junge Bäcker tendenziell gern nach Frankreich und Italien gehen, um etwas über die Backkunst dieser Länder zu lernen. Friseurinnen zieht es ebenfalls nach Frankreich, vornehmlich in die Modehauptstadt Paris. Bei Azubis, die in ihren Berufen viel mit Holz und Stein zu tun haben, sei Skandinavien im Kommen, wie Chiorean sagt.

Besonders mit Blick auf die Fachkräftesicherung seien Auslandsaufenthalte für Unternehmen eine gute Investition in den eigenen Nachwuchs, heißt es seitens der Kammern. Mittelständische Betriebe nutzen deshalb zunehmend die Chance, ihren Auszubildenden ein Auslandspraktikum zu ermöglichen. Sie positionieren sich obendrein als attraktiver Arbeitgeber und als innovatives Ausbildungsunternehmen.

Unter der Adresse www.mobilitaetscoach.de erhalten Unternehmen und Auszubildende erste Informationen über die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Auslandsaufenthalten. Neben Checklisten, Musterverträgen und nützlichen Links bietet die Internetseite auch Kontakt zu den Beraterinnen und Beratern der beteiligten Kammern, von denen es bundesweit zurzeit 35 gibt.

bur