Der massenhafte Absatz von Smartphones beschert den Mobilfunkanbietern kräftig wachsende Umsätze mit dem mobilen Internet. Zugleich sinkt der Erlös aus dem klassischen Geschäft mit Telefonaten, teilte der Branchenverband Bitkom mit.
Mobiles Internet wächst kräftig
2010 wurden in Deutschland 27,5 Millionen Handys verkauft, 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 15 Prozent, vor allem getrieben durch die Smartphones.
Mehr als jedes dritte in diesem Jahr verkaufte Handy dürfte ein Smartphone sein, wie der Verband auf Grundlage von Berechnungen der europäischen Informationstechnik-Organisation Eito vorhersagte. "Die Smartphones erobern den Markt", sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Friedrich Joussen. Dieses Jahr werde der Umsatz mit mobilen Datendiensten um zwölf Prozent auf sieben Milliarden Euro steigen. Im vergangenen Jahr waren es 6,3 Milliarden Euro. Nach der jüngsten Schätzung hat sich die Datenmenge im deutschen Mobilfunk im vergangenen Jahr auf 70 Millionen Gigabyte mehr als verdoppelt. Das entspricht dem Inhalt von 15 Millionen DVDs.
Bei den reinen Handy-Telefonaten rechnet der Verband wegen sinkender Preise in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang um 3,5 Prozent. Schon 2010 sank der Umsatz mit Sprachdiensten um 2,2 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro.
Die Hersteller kalkulieren laut Bitkom dieses Jahr mit 28,7 Millionen verkauften Mobiltelefonen, 10,1 Millionen davon sollen Smartphones sein. Das wären 36 Prozent mehr als 2010. Diese werden zum Umsatzbringer: 2,1 Milliarden Euro des Gesamtumsatzes von 4,4 Milliarden Euro wollen die Hersteller dieses Jahr mit Smartphones machen. Derzeit existieren Bitkom zufolge weltweit rund 520.000 mobile Applikationen (Apps) für die unterschiedlichen Betriebssysteme. Damit können die Nutzer Nachrichten und elektronische Bücher lesen, den Weg zu ihrem nächsten Ziel suchen oder sich die Zeit mit Spielen vertreiben.
dapd