Bessere Back-up-Funktionen

Das Betriebssystem Windows 7 löst Vista ab

Von Lothar Lochmaier

Bessere Back-up-Funktionen

Als zu kompliziert in der täglichen Handhabung für den durchschnittlichen Anwender erwies sich das letzte Betriebssystem Windows Vista. Einige Neuerungen liefen nicht reibungslos, andere Softwareprogramme waren häufig nicht kompatibel. Auch von der Optik her brachte der Nachfolger von Windows XP kaum eine wirkliche Verbesserung. Warum also jetzt schon auf das gerade auf den Markt gekommene Windows 7 umschwenken?

Zunächst einmal gilt folgendes Prinzip, wie bei jedem neu auf dem Markt präsenten Betriebssystem, unabhängig davon, ob es sich um Microsoft, Open Source (Linux) oder um eine Variante von Apple (MacOs) handelt: Es lohnt sich abzuwarten, bis erste Kinderkrankheiten beseitigt sind, zumal im kommenden Jahr neue Varianten der Office-Software 2010 auf den Markt kommen. Zwar rührt Microsoft jetzt erneut die Werbetrommel. Aus Sicht der Unternehmen ist jedoch eine relativ einfache betriebswirtschaftliche Grundregel zu beachten.

Erst bei einer Anschaffung von neuen Rechnern lohnt sich die Umstellung. Die ab Werk ausgestatteten Geräte sind dann ohnehin mit der neuen Version bestückt. Denn das manuelle und nachträgliche Aufrüsten von Windows XP oder Vista auf Windows 7 bleibt auf absehbare Zeit für den durchschnittlichen Anwender ein gewagter Drahtseilakt.

Dies gilt erst recht für handwerkliche Kleinbetriebe, die sich eine allzu kostenintensive IT-Unterstützung nicht leisten können und wollen. So bleibt mehr Zeit und Raum für wichtigere Arbeiten, als sich ausgiebig mit der Systemadministration zu beschäftigen.

Nichtsdestotrotz gibt es einige triftige Gründe, sich schon heute mit dem neuen Betriebssystem zu beschäftigen. Welcher praktische Nutzen lässt sich also aus der Umstellung ziehen?

Für die Betriebe kommt es weniger auf große interaktive Spielereien an. So heben etwa die Experten der Fachzeitschrift „Chip“ vor allem das Konzept zur Datensicherung (Back-up) lobend hervor. Das kann in der Tat ein ganz handfester Vorteil sein, denn wichtige Daten wie Tabellen, Rechnungen oder Aufträge sollten automatisch archivierbar sein, so dass nichts Wichtiges verloren gehen kann.

Windows 7 verfügt bereits ab Werk über zahlreiche vorgefertigte Funktionen zur Sicherung bzw. Archivierung der Daten auf dem jeweiligen Rechner. Dazu gehören neben der Systemwiederherstellung und dem gewöhnlichen Back-up auch die neuen Funktionen zur Erstellung von Schattenkopien und von Back-ups der gesamten Installation. Zudem haben auch die ausschließlich auf die Datensicherung spezialisierten Anbieter wie Acronis ihre Systeme bereits auf Microsoft 7 aktualisiert.

Vor dem Umstieg auf Windows 7 sollte das Unternehmen jedoch alle Altdaten, Systeme und Anwendungen im Rahmen eines „Vollbackups“ sichern, empfehlen die Experten von Acronis. Neben dem Aspekt der Sicherheit spielt die Nutzerfreundlichkeit und Schnelligkeit eine Rolle. Microsoft hat gegenüber dem Vorgänger auf die immer wieder lästige manuelle Steuerung von Benutzerkonten verzichtet und die Rückkopplungsschleifen etwas entschärft. Unter Windows 7 gibt es deutlich weniger Nachfragen und der Anwender kann sich zwischen verschiedenen Sicherheitsstufen entscheiden.

Den Virenschutz muss der Nutzer aber bis dato immer noch selbst nachtäglich aufspielen. Gut wäre es auch, wenn der Rechner gegenüber Windows Vista etwas schneller liefe. Das scheint zu klappen, auch bei kleineren Rechnern für unterwegs (Note- oder Netbooks). Hier war aufgrund des großen Umfangs von Windows Vista bislang nur jener Anwender im Vorteil, der über einen ausreichend großen Arbeitsspeicher verfügte. Besser sortiert beim Nachfolgermodell sind auch die übersichtlichen Ordnerfunktionen und Sprunglisten, die gerade für Dauernutzer die Arbeitsabläufe etwas übersichtlicher gestalten.

Fazit: Mit einem Preis zwischen knapp 100 bis rund 200 Euro, z.B. in der Einzelplatzversion Home Premium, ist Windows 7 sicherlich kein Schnäppchen. Das Aufrüsten lohnt sich deshalb auch für professionelle Anwender erst dann, wenn ohnehin eine Umstellung bei den betrieblichen Computersystemen ansteht. Dann machen einige neue vorteilhafte Funktionen durchaus Sinn. Für diese Anschaffung extra Geld zu berappen, dürfte für die wenigsten Handwerksbetriebe geeignet sein. Noch dazu, wenn die neue Systemumgebung sich in der Praxis noch als vollständig wasserdicht und krisenfest erweisen sollte.