E-Postbrief "Das Briefgeheimnis – das ist unser Job"

Briefe können jetzt auch digital versendet werden. Ab sofort ist das Internetportal www.epost.de der Deutschen Post DHL online. Für die Post beginnt damit eine neue Ära. Von Daniela Lorenz

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    Kunden können sich jetzt unter epost.de registrieren. Foto:ddp
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    Jürgen Gerdes (li.) und Frank Appel während der Präsentation des neuen E-Postbriefes im Post Tower in Bonn. Foto: ddp
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    Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post DHL. Foto: ddp
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    Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Brief der Deutschen Post DHL. Foto: ddp

"Das Briefgeheimnis – das ist unser Job"

Die neue Dienstleistung E-Postbrief bedeutet für Privat- und Geschäftskunden, dass sie ihre Korrespondenz komplett am Computer erledigen können: Briefe schreiben, abschicken und Post empfangen. Neben der klassischen Übermittlung der Post auf Papier können Kunden damit auch auf eine rein digitale Übermittlung sowie eine Hybrid-Zustellung zurückgreifen. Unter Hybrid-Zustellung ist zu verstehen, dass die Deutsche Post einen digital geschriebenen Brief für den Kunden ausdruckt, in ein Kuvert steckt und durch einen Briefträger zustellen lässt.

Sofortige Zustellung

Der Vorteil des E-Briefs für den Kunden: Die elektronische Post wird sofort in Echtzeit zugestellt und ist damit schneller als die Zustellung durch den Postboten. "Wir kombinieren unser Wertversprechen mit der Schnelligkeit. Das Briefgeheimnis – das ist unser Job. Ein E-Postbrief überträgt die Qualität exakt in die digitale Welt", verspricht Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Brief der Deutschen Post DHL. Diese Qualität lässt sich die Post mit den gleichen Tarifen wie die Papierzustellung bezahlen: Ein E-Postbrief von drei (ausgedruckten) Seiten, egal ob rein digital oder als Hybrid zugestellt, kostet 0,55 Euro. Einschreiben sind teurer bepreist. Bei der Zustellung eines Einschreibens muss der Empfänger den Empfang aktiv „quittieren“. Für Geschäftskunden mit großen Kontingenten wird es wie bisher gestaffelte Preise geben.

Die Post garantiert Datensicherheit nach heutigem Stand, eine verbindliche, vertrauliche und verlässliche Zustellung. Wie rechtssicher die neuen E-Postbriefe sind, bleibt abzuwarten. Derzeit sind noch keine allgemein verbindlichen Standards - insbesondere keine gesetzlichen - für rechtssicheren digitalen Briefverkehr definiert. Regeln soll dies das Bürgerportalgesetz, das sich noch im Gesetzgebungsverfahren befindet und voraussichtlich erst Ende des Jahres in Kraft tritt.

Jetzt für neue Adresse registrieren

Für eine epost.de-Adresse können sich Kunden ab sofort unter www.epost.de registrieren. Voraussetzung ist ein Computer mit Internetzugang und ein Handy. Die neue Adresse lautet vorname.nachname@epost.de; bei mehrfacher Namensvergabe eventuell mit einer vierstelligen Zahlenkombination. Nach der Registrierung muss sich der Kunde einmalig mit seinem Personalausweis bei einer Postfiliale identifizieren.

E-Postbriefe können derzeit über alle gängigen Browser wie Internet Explorer oder Mozilla Firefox versendet werden. In einigen Monaten ist die E-Post nach Angaben des Unternehmens dann auch mobil nutzbar. Im geschlossen Bereich der Internetplattform www.epost.de können registrierte Nutzer ihre Briefe versenden und empfangen. Zur sicheren Archivierung bietet die Post in Kürze auch einen (wahrscheinlich gebührenpflichtigen) Dokumentensafe.

Für Unternehmen sollen mit der elektronischen Post geschäftliche Prozesse vereinfacht und effizienter gestaltet werden. In der vergangenen Woche hatten die Internetdienstleister GMX und Web.de bereits das mit der Deutschen Telekom entwickelte Konkurrenzprodukt vorgestellt. Die DE-Mail wird voraussichtlich im nächsten Jahr an den Start gehen. Ob es eine Verknüpfung zwischen den beiden Systemen geben wird, wollte die Post derzeit nicht in Aussicht stellen. Eine Hybrid-Lösung wie die Post bieten GMX und Web.de bereits jetzt zum Preis von 0,54 Euro pro Brief an.