Die deutschen Insolvenzverwalter rechnen mit einem weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Wie der Vorsitzende des Insolvenzverwalterverbandes (VID), Siegfried Beck, mitteilte, werde die vorhergesagte Zahl von rund 35.000 Unternehmensinsolvenzen 2009 "sicher erreicht, wenn nicht gar übertroffen."
Unternehmen droht Pleitewelle
Im ersten Halbjahr 2009 habe die Zahl insolventer Unternehmen um 15 Prozent zugenommen. 2010 seien sogar noch höhere Zahlen möglich. Von einem Rückgang der Insolvenzanmeldungen bei Unternehmen sei vermutlich erst Ende 2010 auszugehen.
Besorgniserregend sei, dass eine große Zahl mittelständischer Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden müsse. "Dem Mittelstand droht eine regelrechte Katastrophe, weil wichtige Marktteilnehmer ausscheiden und substanzielle Know-how-Lücken hinterlassen", sagte Beck. Außerdem sei die Zahl der Unternehmen, denen ohne eigenes Verschulden die Insolvenz drohe, so hoch wie noch nie zuvor.
Beck riet Unternehmen, die Potenziale der Insolvenzordnung zu nutzen, die "im Kern eine Sanierungsordnung" sei. Ihre Instrumentarien müssten jedoch rechtzeitig angewendet und voll ausgeschöpft werden.
Um die Qualität der Insolvenzverwaltung sicherzustellen, habe der VID Eckpunkte für eine gesetzlich verankerte Berufsordnung für Insolvenzverwalter formuliert. Diese sehe Zulassungsverfahren und Sanktionsmechanismen bei Fehlverhalten und fachlicher Überforderung der Verwalter vor.
ddp