Die Kapverdischen Inseln Die Kapverden strahlen: 350 Tage Sonne im Jahr

Noch geht es auf dem Inselarchipel vor der afrikanischen Küste so gemächlich zu, dass man seine Uhr getrost zu Hause lassen kann

Christine Heilmannseder

Blick auf den Hafen der Stadt Mindelo, der Insel Sao Vicente, eine der nördlichen Inseln des Archipels. - © imago

Die Inselgruppe der Kapverden hat anstatt vier Jahreszeiten tatsächlich nur zwei. Die Zeit der Winde von Oktober bis Mitte Juli und die Regenzeit von August bis September. Wobei es auch da vorkommen kann, dass sich der Regen auf nur wenige Tage beschränkt. Neun bewohnte und einige unbewohnte Inseln gehören zum Archipel im ­Atlantischen Ozean vor der westafrikanischen Küste auf der Höhe Senegal. Die meisten der rund 500.000 Kapverdier leben auf der Hauptinsel Santiago.

Obwohl die Inseln mehr als drei Jahrhunderte lang Schauplatz des transatlantischen Sklavenhandels waren, vermischten sich bereits im 19. Jahrhundert die Familien der Freien mit den Sklaven. Heute sind die Kapverdier stolz auf ihre völlig neue kreolische Kultur und Sprache, die das Miteinander dieser verschiedenen Ethnien gebracht hat. Aus der ehemaligen portugiesischen Kolonie wurde eine Republik mit parlamentarischer Demokratie, in der Portugiesisch offizielle Landessprache ist. Das Kreolisch der Inseln gilt heute als die älteste afrikanisch-europäische Kreolsprache.

Um der Armut auf den Inseln zu trotzen, ist mittlerweile der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Auf der kleinen Insel Sal ist der Massentourismus bereits angekommen, wesentlich ursprünglicher geht es jedoch noch auf Boa Vista zu. Bereits 2007 wurde der Flughafen eröffnet, die Transfers zu den Hotels führen jedoch noch vorwiegend über sehr abenteuerliche Straßen.

Moderne Hotelanlagen

Die Busse mögen so manchen Reisenden an seine früheste Jugend erinnern, doch spätestens dann, wenn man in der Hotellobby steht, fühlt man sich sofort wieder in der Jetztzeit. Die Hotelkette RIU eröffnete im Mai 2011 ihr drittes Hotel auf Boa Vista.

Natürlich braucht man die Hotelanlage nicht zu verlassen, denn es wird wirklich sehr viel geboten: Neben einem 1.000 qm großen Pool mit integriertem Whirlpool und Wasserbar gibt es noch drei Salzwasserschwimmbecken und zwei Kinderbecken. Der paradiesisch weiße Sandstrand lädt ein zum Windsurfen, Kajakfahren oder Schnorcheln. Es gibt eine kleine Einkaufsstraße, insgesamt vier Bars, eine Diskothek, einen großen Spa-Bereich und abwechslungsreiche Abendunterhaltungen im Theater auf dem Hauptplatz. Dennoch sollte man sich hinauswagen, wenn auch zunächst die wüstenhafte Gegend nicht unbedingt dazu einlädt, die überaus freundlichen Kapverdier tun es allemal. Ein Spaziergang durch die Sanddünen nahe Rabil ist ein beeindruckendes Erlebnis. Ebenso die jeweils halbtägigen Landrover-Touren, einmal durch den unberührten Süden oder den bizarren Nordosten. Zu entdecken gibt es bei einer Stadterkundung den Ort Sal Rei mit seinen historischen Gebäuden und den Markthallen, wo man den typischen kapverdischen Alltag erleben kann. Absolut sehenswert ist auch die Vulkaninsel Fogo, die man nach einer Stunde Flug erreicht. Abgesehen von den erkalteten Lavaströmen, den Bananen- und Papayaplantagen ist der Höhepunkt der Pico de Fogo mit 2.829 Metern Höhe, der allerdings das letzte Mal
1785 Lava und Asche spuckte.

Da der zweitwichtigste Ort für die Fortpflanzung und Eierablage der Careta-Careta-Schildkröten Boa Vista ist, werden zwischen Juli und Januar Ausflüge organisiert, bei denen man die Tiere hautnah erleben kann. Wegen der Nachtaktivität der Schildkröten finden die Ausflüge deshalb normalerweise in der Nacht statt. Am Ervato-Strand gibt es zudem ein Artenschutzzentrum, wo man nähere Informationen auch über die Sicherstellung des Schildkrötenfortbestands bekommt.

Größeres Flugangebot

Aufgrund der großen Nachfrage wird das Flugangebot weiter ausgebaut. Bei Cabo Verde Airlines gibt es beispielsweise den Dreiecksflug München – Boa Vista – Sal – München. Tuifly bietet ab November statt des Dreiecksflugs einen Zwischenstopp auf Gran Canaria an. Zu den Abflughäfen Köln-Bonn, Düsseldorf, Frankfurt/ Main, Hannover, Stuttgart und München wird im Winter auch Hamburg angeboten.

Informationen zu den Kapverden auf einen Blick

Karte der Kapverdischen Inseln - © DHZ
Karte Kapverdische Inseln

Infos über Kapverden: www.kapverden.de.

Beste Reisezeit: Die Kapverden sind ein Ganzjahres-Reiseziel.

Währung: Der Kapverdische Escudo (CVE) ist an den Euro gebunden und darf nicht ein- oder ausgeführt werden (1 Euro = ca. 110 CVE).

Einreisebestimmungen: Für die Einreise ist ein Visum und ein Reisepass der noch mind. sechs Monate ab Ausreisedatum gültig ist erforderlich. (Bei Pauschalreisen (TUI) und Komplettreiseangebote die vom angeboten werden, ist das Visum mit im Preis enthalten und wird automatisch mit den Reiseunterlagen (Voraussetzung gültiger Reisepass) ausgestellt.

Hotelempfehlung: Hotel Riu Touareg exklusiv über TUI buchbar; www.tui.com (Es wirdt empfohlen, die Kapverden über Veranstalter zu buchen).