Sardinien bietet viel Luxus, überrascht aber mit hervorragender Hausmannskost.

Insel der sinnlichen Genüsse
Plötzlich taucht Helmut Schmidt auf, mit Pfeife anstatt Zigarette. Hier, im ehemaligen Banditenstädtchen Orgosolo, mitten auf Sardinien, hätte man am wenigsten damit gerechnet. Oder vielleicht gerade hier, wo sich der Widerstand gegen Faschismus, Kapitalismus, Krieg, Wettrüsten, Hunger und Apartheid in den Wandmalereien an den Häusern äußert?
Eine dieser Malereien in der Via Nazionale zeigt den ehemaligen deutschen Bundeskanzler (1974 bis 1982). Schmidt thront auf dem Gemälde auf einem Denkmal, über den Leichen der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof. Daran reihen sich Bilder wie der Anschlag auf das World Trade Center 2001 in New York. Es ist ein spannender Spaziergang durch die knapp einen Kilometer lange Via Nazionale und ihre sogenannten „Murales“.
2,5 Millionen Schafe
Die Mittelmeerinsel Sardinien bietet alles, was Urlauber sich erträumen. Ob Luxus im Retortenort Porto Cervo oder Idylle in einem Landhotel. Viele der Einheimischen können sich jedoch keine großen Sprünge leisten. Sie arbeiten im Tourismusgewerbe oder sind Hirten - wie die meisten Einwohner von Orgosolo. Insgesamt zählt das Eiland etwa
2,5 Millionen Schafe. Kein Wunder, dass der Schafskäse Peccorino, das wichtigste Produkt Sardiniens ist. Die Hirten bereiten ihn selbst zu, ebenso wie Salami (Salsicca) oder rohen Schinken.
Paolo und Salvatore haben daraus eine Tugend gemacht. Die beiden Hirten aus dem Bergdorf Baunei bieten ein Hirtenessen in ihrer einsamen Hütte und damit den Touristen einen Einblick in die Vielfalt ihrer Produktion und in das Hirtenleben. Gut eine halbe Stunde kutschiert Paolo seine Gäste mit einem Jeep durch die duftende Mittelmeermacchia, während sein Kumpel und Geschäftspartner Salvatore gegrillten Käse, Fleisch und Wurst am offenen Feuer in der Hütte zubereitet.
Im Gegenteil zu Paolo und Salvatore stellt sich das Leben weiter unten an der Küste dar. An dem weltberühmten 55 Kilometer langen Küstenstreifen, der Costa Smeralda, treffen sich die Schönen und Reichen dieser Welt. In den 60er Jahren kaufte das Konsortium um Karim Aga Khan die „salzigen Felsen“ von Schafhirten und stampfte den Ort Porto Cervo aus dem Boden. Hier geht in den Sommermonaten Juli und August die Post ab.
Doch kann der Urlauber vor diesem Trubel und dem überbordenden Luxus leicht flüchten. Entweder in die Berge mit ihrer beinahe unberührten Natur oder auf das Archipel La Maddalena. Alle 15 Minuten gibt es eine Fährverbindung zum Hauptort der Insel,
Maddalena.
Unweit der 12.000 Einwohner großen Stadt sollte im Jahr 2009 der G8-Gipfel stattfinden. Doch aufgrund des Erdbebens in L’Aquila wurde das Treffen der wichtigsten Regierungschefs von Italiens Premier Silvio Berlusconi in die Abruzzen verlegt. Seitdem dümpelten viele Bauruinen vor sich hin. Im Jahr 2010 eröffnete das für den G8-Gipfel geplante Fünf-Sterne-Luxushotel „La Maddalena“ mit Yachthafen, Kongresscenter. Von 2012 an erhält der Komplex eine eigene Shoppingmall und insgesamt 600 Anlegeplätze für Yachten. Sehenswert ist das Archipel auch wegen seiner zahlreichen Traumbuchten und des Blicks auf die nur 20 Kilometer entfernte Insel Korsika.
Sardinien auf einen Blick
Anreise: Air Berlin fliegt von München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Nürnberg teilweise täglich nach Olbia oder in die sardische Hauptstadt Calgari. Buchung unter www.airberlin.com.
Hotels: Sardinien bietet alles - vom „Bed & Breakfast“ bis zur Luxusherberge. Eine Auswahl:
- Hotel Su Gulogone (luxuriöses, einmaliges Landhotel),
- Hotel La Bitta (mit eigenem Strand),
- Hotel Petra Bianca (luxuriös, an der Costa Smeralda),
Funtana Abbas (rustikales Landhotel).
Restaurants:
- Su Barchile in Orosei (sardische Küche, gekocht von Mamma),
- La Capricciosa, Golfo Aranchi (Fisch, versteckt am Bahnübergang),
- Sottovento, La Maddalena (sardische Küche, Meeresfrüchte und Fisch, Vico Dandolo, nähe Fußgängerzone).
Buchung und Anfragen beim Sardinien-Veranstalter Oscar-Reisen, Tel. 0821/50955-55/57/58 oder E-Mail: info@oscarreisen.de