Naturpark Kaunertal im Tiroler Oberland Naturpark Kaunertal: Eine einmalige Initiative

Vergletscherte Hochgebirgsregionen, trockenheiße Südhänge, regennasse Moore, urige Bergwälder, sanfte Almwiesen, tiefe Schluchten und alte Kulturlandschaften sind nur Beispiele atemberaubender Naturschönheiten, die die Region rund um den Kaunergrat im Sommer bietet.

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    Im Kaunertal findet man auch noch Steinböcke, die sich hier unter idealen Lebensbedingungen vermehren. Mit etwas Glück kann man eines der stattlichen Exemplare sehen. Foto: ZR
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    Viele Seen in der Gletscherwelt sind Ziele von Wandertouren. Foto: TVB
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    Die Gletscherzunge des Gepatschferners. Foto: TVB
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    Ein Blick in das Kaunertal. Foto: TVB

Eine gewachsene Landschaft entstanden aus einer einmaligen Initiative

Inmitten der zwei Täler Pitztal und Kaunertal erstreckt sich der Naturpark Kaunergrat, der vielfältige Möglichkeiten bietet, das Nebeneinander von Natur, Kultur und Landwirtschaft im Naturpark kennen zu lernen und zu erleben. Die Bauern der Naturparkregion haben über Generationen hinweg durch harte Arbeit eine eindrucksvolle Landschaft rund um den Kaunergrat geschaffen und bis heute deren Ursprünglichkeit bewahrt. Aus diesem Wissen und der Tradition, etwas Gewachsenes erhalten zu wollen und dem Willen diese landschaftliche Besonderheit und Vielfalt für die kommenden Generationen zu sichern, entstand der Wille zu einem Naturpark.

Das Ziel, ein funktionierendes Nebeneinander von landwirtschaftlicher Nutzung, unverfälschter Natur und der Möglichkeit zu aktiver Urlaubs- und Freizeitgestaltung ist erreicht worden. Bergtouren bis in den hochalpinen Bereich zu hochgelegenen Seen genauso wie Touren zum Gepatschgletscher in die Rückzugsgebiete dieser Naturwunder, sind seither möglich, ohne zerstörend in die Natur einzugreifen.

Viele bewirtschaftete Almen

Sonnenhänge die bei direkter Sonnenbestrahlung bis zu 70 Grad warm werden können, lassen Pflanzen- und Tierarten gedeihen und schaffen Lebensräume, wie sie sonst nirgends zu finden sind. Dem staunenden Besucher erschließt sich oberhalb von Piller im vorderen Pitztal, auf 1535 m Seehöhe, eine vollkommen unberührte Naturschönheit: das rund 20 Hektar große Piller Moor, das als eines der schönsten Hochmoore Mitteleuropas gilt und Ende der letzten Eiszeit entstanden ist. Bis in die 70iger Jahre wurde hier noch Torf abgebaut. Die langsam verwachsenden Spuren sind noch heute zu sehen.

Die vielen bewirtschafteten Almen im Naturparkgebiet zeugen von einer langen landwirtschaftlichen Tradition im Einklang mit der Natur. Eine ausgeklügelte Bewässerungstechnik, in Form einer Hochgebirgsbewässerungsanlage aus den fünfziger Jahren sichert die Wasserversorgung auch in schwer zugänglichen Gebieten.

Wenn man den Tag nutzen möchte, eröffnen Sonnenaufgangsfahrten mit der Bergbahn völlig neue Perspektiven – und das in Höhen von fast 3000 Metern. Man kann aber auch auf vergangenen Spuren wandern, denn prähistorische Funde rund um den Pillersattel und im Ort Fließ zeugen von längst vergangenen Kulturen. Historische Wege durchziehen wie Adern die Landschaft und führen unter anderem zu einem Brandopferplatz, wo über Jahrhunderte Prozessionsfeiern abgehalten und in der Neuzeit interessante archäologische Funde gemacht wurden.

Im Sommer und im Winter

Das Kaunertal zweigt ab Prutz vom Oberinntal ab und reicht weit hinein in die Eiswelt des Weißsee- und Gepatschferner, einem der größten österreichischen Gletscher. Hier zeigt sich die ganze Naturschönheit des Hochgebirges. Die Gletscher-Panoramastraße führt 27 Kilometer hinauf bis in die Gletscherwelt des ewigen Eises. Auf 2.750 Metern befindet sich auch die höchste Postbushaltestelle Österreichs. Das Tal wird vom Faggenbach durchzogen und der zentrale Ort des Tales ist Feichten. Die mautpflichtige Kaunertaler Gletscherstraße führt am Gepatschspeicher vorbei und durch hochalpines Gelände bis an den Rand des Weißseeferners (2 750 m). Im Sommer ist die Gletscherstraße beliebtes Ziel zahlloser Motorradfahrer. Beim Ort Feichten zweigt vom Kaunertal das Verpeiltal ab, in dem die Verpeilhütte liegt.

Wanderungen in einer atemberaubenden Gletscher- und Naturwelt sind ein echtes Erlebnis. Mit geprüften Berg- und Wanderführern kann man die Schönheit dieser Gegend erleben. Der Blick auf etliche Dreitausender und die zahlreichen ausgeschilderten Wanderungen sind wirkliche Höhepunkte für den echten Bergwanderer.

Der Kaunertaler Gletscher bietet sowohl im Winter als auch im Sommer seine Pisten an. Für den Sommerskilauf steht täglich ein Schlepplift zur Verfügung. Doch so wie überall in den Alpen, ist auch hier das Sterben der Gletscher zu beobachten, die durch Klimawandel ca. 16 Meter im Jahr schwinden. Das Schmelzwasser schießt durch gewaltige Gletschertore hinab ins Tal. Ab November 2008 bietet die Karlesjochbahn eine neue 8er-Kabinenbahn an. Fahrten zum spektakulären Dreiländerblick mit Weißseespitze (A) Weißkugel und Ortler (I) sowie die Berninagruppe (CH) sind dann gekoppelt und etwas komfortabler.