Bereits 2008 wurde die E-Bilanz beschlossen und eigentlich sollte sie ab dem 1. Januar 2012 verpflichtend sein. Bis jetzt haben die meisten Unternehmen jedoch noch nicht damit begonnen, die Buchhaltung umzustellen. Die Verpflichtung ist nicht haltbar, auch weil die Finanzverwaltungen zu wenig informieren.

E-Bilanz: Vorbereitungen beginnen nur schleppend
Eine Studie der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit TNS Emnid zeigte nun, dass sich rund drei Viertel der befragten Unternehmen noch nicht mit der Umstellung auf die elektronische Bilanz befasst haben. 90 Prozent von ihnen gaben an, dass sie nur teilweise oder unzureichend von den zuständigen Finanzverwaltungen informiert wurden. Angekündigt hätten die Ämter lediglich ein finales Schreiben zu den wesentlichen Umsetzungsinhalten. Dieses hat das Bundesfinanzministerium jedoch auch erst in der vergangenen Woche veröffentlicht und den Unternehmen damit wesentliche Informationen vorenthalten.
Das Schreiben klärt darüber auf, welche Unternehmen tatsächlich von der Umstellung betroffen sind, welches Format für die Übermittlung zu verwenden ist und wie einzelne Posten eingetragen werden müssen. Es steht unter bundesfinanzministerium.de bereit.
Großer Zeit- und Kostenaufwand
Durch die unzureichende Vorbereitung mussten die Finanzämter die eigentlich für den Beginn des kommenden Jahres geplante Verpflichtung zur Umstellung wieder aufheben. Und auch heute kann kaum ein Unternehmen einschätzen, wie lange die Umstellung dauern wird. 40 Prozent der von BDO und TNS Emnid befragten Firmen konnten dazu keine Angaben machen. Betriebe, die sich hierzu bereits äußern konnten, gaben eine Umsetzungsdauer von mindestens 20 Tagen an. Über die Hälfte der bilanzierenden Unternehmen (52 Prozent) geht sogar davon aus, für die Anforderungen der E-Bilanz das Personal gezielt schulen zu müssen.
Bedenklich scheint auch der finanzielle Aufwand, den die Firmen erwarten. 22 Prozent der befragten Firmen gehen von einem finanziellen Gesamtaufwand für die Umstellung von 10.000 Euro bis 50.000 Euro aus. 7 Prozent gaben sogar an, mit einem finanziellen Aufwand von jeweils mehr als 50.000 Euro zu rechnen.
Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut TNS-Emnid im Auftrag von BDO zwischen dem 18. Mai und dem 10. Juni diesen Jahres 300 E-Bilanz-Verantwortliche in deutschen Unternehmen mit einer Größe von 50 bis 20.000 Mitarbeitern telefonisch befragt.
jtw