Wirtschaftsdaten Der Konsum trägt das Wachstum

Beschäftigung legt weiter zu – Investiert wird vorsichtig.

Die Industrie hat es zu Jahresbeginn langsam angehen lassen. Im Zeitraum Januar/Februar produzierte sie – arbeitstäglich bereinigt – um 0,1 Prozent mehr als 2014. Nichtsdestotrotz beflügeln das billige Öl und die lockere Geldpolitik die Stimmung.

Auch die Konsumenten strotzen vor Zuversicht. Die Wirtschaftsforscher haben reagiert und ihre Prognosen deutlich angehoben. Im laufenden Jahr gilt jetzt ein Wachstum von 2,1 Prozent als wahrscheinlich.

Als Konsequenz der EZB-Politik hat der Euro abgewertet. Dadurch haben heimische Produkte einen Preisvorteil bei der Lieferung in Staaten außerhalb des Währungsraumes. Die Exportzuwächse im Handel mit den USA, China und Großbritannien gleichen die Defizite im Euroraum aus. In den ersten beiden Monaten stiegen die deutschen Ausfuhren um 1,7 Prozent gegenüber 2014.

Überangebot an schwarzem Gold

Rohölimporte in Dollar sind eigentlich teurer geworden. Allerdings schwächelt der Preis des schwarzen Goldes aufgrund des Überangebots. Somit sind die Energiepreise rückläufig und drücken die Inflationsrate. Im März lag sie bei plus 0,3 Prozent.

Ein gewaltiges Pfund der deutschen Konjunktur ist der Boom am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, das Stellenangebot wächst. Besonders werden Arbeitskräfte in der Zeitarbeit sowie im Gesundheits- und Sozialwesen nachgefragt. Ende März waren rund 42,6 Millionen Menschen im Inland erwerbstätig.

Mehr Beschäftigung und angehobene Tarife bei niedriger Inflation ergeben in Summe kräftig steigende Realeinkommen. Kein Wunder, dass die Laune der Konsumenten in den vergangenen 13 Jahren nie besser war. Der zusätzliche Ausgabenspielraum wurde für Einkäufe genutzt; die Einzelhandelsumsätze expandierten nach der Jahreswende beträchtlich.

Schwachstelle ist die unzureichende Investitionstätigkeit. Dabei sind die Bedingungen für eine Belebung günstig: Der Wachstumsausblick ist positiv, die EZB will den Geldhahn offenhalten, die Banken senken die Kredithürden. Dennoch schrumpften die Inlandsbestellungen bei den Investitionsgüterherstellern in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres um 0,4 Prozent. we/los