DHZ-Konjunkturumfrage Krisenangst bremst Investitionen

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, im Irak und in Syrien sowie das immer noch niedrige Reformtempo im Euroraum haben die deutschen Unternehmen verunsichert. Sie rechnen mit Einschränkungen im Export und schieben Investitionen auf.

Deshalb blieb das Wirtschaftswachstum im Sommer 2014 unter seinen Möglichkeiten. Die Industrie drosselte ihre Produktion im Zeitraum Juli/August gegenüber 2013.

Zum Glück hat Deutschland weit verzweigte Handelsbeziehungen und ein attraktives Warenangebot. Deshalb bewegten sich die Ausfuhren im Jahresverlauf um 2,8 Prozent im Plus. Ein höheres Plus scheiterte an der fehlenden Dynamik der Schwellenländer und den Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland. Zudem ist der große Heimatmarkt Europa wirtschaftlich noch nicht gefestigt.

Die Kapazitätsauslastung der Industrie hat den langjährigen Durchschnitt erreicht, so dass viele Firmen Investitionen ins Auge fassen. Dabei können sie mit günstigen Konditionen rechnen. Dennoch klettern die Inlandsumsätze der Investitionsgüterhersteller nicht so schnell wie erhofft. Zwischen Juni und August betrug das Plus im Vergleich zu 2013 nur 1,8 Prozent.

Einstellungspraxis wieder offensiver

Verunsichert waren zuletzt auch die sonst ausgabefreudigen Verbraucher; die wirtschaftliche Entwicklung erscheint in einem nicht mehr so hellen Licht wie noch im Frühling. Wer jedoch Arbeit hat, muss kaum befürchten, seine Stelle zu verlieren. Außerdem haben viele Bürger dank hoher Lohnabschlüsse und minimaler Inflationsraten von unter einem Prozent mehr Geld.

Vom sommerlichen Arbeitsmarkt kamen überwiegend gute Nachrichten. Aus Zuwanderung und stiller ­Reserve speiste sich anhaltendes ­Beschäftigungswachstum. Zugleich stockte jedoch der Abbau der ­Langzeitarbeitslosigkeit. Grundsätzlich vermitteln die gängigen Indikatoren das Bild einer wieder offensiveren Einstellungspraxis, wobei vor allem Unternehmensdienstleister nach vorne drängen. Im August wurden bundesweit 42,7 Millionen Erwerbstätige gezählt, 0,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. we/los