Gesamtwirtschaft Konjunktur bleibt aufwärtsgerichtet

Das hohe Anfangstempo, das die deutsche Wirtschaft im milden Winter 2014 angeschlagen hat, war nicht zu halten. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um bestenfalls 0,2 Prozent. Zudem wurde die Stimmung in den Unternehmen durch die Unruhen im Irak und der Ukraine getrübt. Der Aufschwung liegt aber noch nicht im Abklingbecken, die Vergleiche mit dem Vorjahr fallen weiterhin positiv aus. Im April/Mai erhöhte die Industrie ihre Produktion gegenüber 2013 um 1,7 Prozent.

© Quelle: dhz

Endlich reifen die Investitionspläne der Wirtschaft schneller. In den ersten fünf Monaten des Jahres zogen die Inlandsumsätze der Investitionsgüter-Industrie um 4,3 Prozent an. Trotzdem hat Deutschland noch immer eine der niedrigsten Investitionsquoten weltweit. Viele Unternehmen investieren lieber im Ausland, weil die Umsätze dort steigen und genügend Fachkräfte verfügbar sind.

Vom Außenhandel kommen nur verhaltene Impulse. Während die Nachfrage in der EU auflebt, fehlt es den Schwellenländern an Dynamik. Aufgrund politischer Spannungen brach zudem der Handel mit Russland ein.

Es wird konsumiert und gekauft

Die Anschaffungsneigung der Verbraucher hat ein hohes Level erreicht. In Zeiten spürbarer Einkommenszuwächse und minimaler Sparzinsen rücken sie von ihrer berüchtigten Schnäppchenfixierung ab. Folgerichtig kletterten die Einzelhandelsumsätze im April/Mai nominal um 3,0 Prozent über das Vorjahresniveau hinaus.

Dabei spielte auch der gedämpfte Anstieg der Verbraucherpreise eine Rolle. Im Juni verteuerte sich die allgemeine Lebenshaltung um 1,0 Prozent auf Jahressicht. Hauptgrund ist die rückläufige Preisentwicklung bei Mineralölerzeugnissen. Was den Bürger freut, ist für Ökonomen ein Grund zur Besorgnis. Ein Abrutschen in die Deflation ist in Deutschland aber unwahrscheinlich.

Der Arbeitsmarkt ist in einer guten Verfassung. Bereits im April wurde die Drei-Millionen-Marke bei den Arbeitslosen unterschritten. Die hohe Einstellungsbereitschaft, die zuvor ein wenig abgeflaut war, stabilisierte sich zur Jahresmitte.

Alles in allem wurden im Mai 42,2 Millionen Erwerbstätige gezählt; das sind 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. we/los