Handwerkswirtschaft Auf Wachstum programmiert

Das Konjunkturklima in Deutschland erwärmt sich. Zwar bestehen für die Exporteure erhebliche Risiken fort, weil Europas Wirtschaft störanfällig bleibt. Das Handwerk hat dagegen schon in die Erfolgsspur zurückgefunden, sein Aufschwung ist breit aufgestellt.

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Man muss jedoch die Winterruhe in den von der Witterung beeinflussten Berufen berücksichtigen, will man die Vorhersage der Handwerker korrekt interpretieren. So rechnen "nur noch" 83 Prozent mit guten oder zufriedenstellenden Geschäften nach dem Jahreswechsel und 22 Prozent stellen sich auf eine abgeschwächte Nachfrage ein. Gemessen an den üblichen Daten bewegt sich die Prognose am oberen Rand. Verläuft der Winter aus klimatischer Sicht weiter so unauffällig, werden die Umsätze – verglichen mit 2013 – erheblich ausgeweitet.

Viele offene Stellen

Nur acht Prozent der Teilnehmer gehen davon aus, in den kommenden Monaten mehr Personal zu beschäftigen. Das liegt nicht nur an der Jahreszeit. Beschäftigungsplanung bedeutet für viele Betriebe ganzjährig Mangelverwaltung. In den Bereichen Energietechnik sowie Sanitär, Heizung, Klima übertrifft die Zahl der offenen Stellen die der Arbeitsuchenden deutlich.

Auch das Bauhauptgewerbe würde gern mehr Fachkräfte einsetzen. Zum Start ins neue Jahr sind die Auftragsbücher prall gefüllt, die Bestellungen reichen für 1,6 Monate und damit ebenso weit wie zum Jahreswechsel 2012/2013.

Noch klarer sind die Indizien, die die amtliche Statistik beisteuert. So stieg die Zahl der zur Errichtung freigegebenen Wohnungen im abgelaufenen Jahr um rund 13 Prozent auf 270.000. Spätestens im Frühjahr geht der Bauboom in die nächste Runde.

Kfz hofft auf Nachfrageschub

Bei den Zulieferern und den Kraftfahrzeugbetrieben ist alles für den konjunkturellen "Restart" angerichtet. Die Existenz dieser Branchen hängt zu einem beachtlichen Teil von der Investitionstätigkeit der deutschen Unternehmen ab. Die anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen sowie die Tatsache, dass der Euroraum langsam aus der Rezession findet und sich die Weltkonjunktur weiter belebt, haben die Hoffnungen auf einen Nachfrageschub befeuert. Auf einen stabilen Kundenzuspruch setzt das Lebensmittelhandwerk. Die Branche hat sich mit Hilfe attraktiver Warenvielfalt und moderner Ladengestaltung auf die veränderten Verzehrgewohnheiten der Deutschen eingestellt. we/los