Das Handwerk sieht nur wenige dunkle Wolken am Konjunkturhorizont. Es hat beachtliche Auftragsreserven und möchte neues Personal hinzugewinnen – das sind die Kernbotschaften, die sich aus den Erwartungen für das zweite Quartal 2012 herauslesen lassen.
89 Prozent der Betriebe – und damit ebenso viele wie vor einem Jahr – rechnen nach einer Umfrage-Analyse für die Deutsche Handwerks Zeitung mit einem zumindest befriedigenden Geschäftsverlauf. Die Erklärung für die freundliche Stimmung ist einfach: Sichere Einkommen und niedrige Zinsen sind ein guter Nährboden für die Konsumentwicklung und die Wohnungsbaunachfrage.
Zudem können die Zulieferer von üppigen Auftragsbeständen zehren. Die Arbeit mit neuen Materialien und immer komplexeren, auf Nachhaltigkeit ausgelegten Produkten ist aber in zunehmendem Maße nur noch mit gut qualifiziertem Personal zu bewältigen. Im Baugewerbe blickt man mit Vorfreude in die nahe Zukunft. 2011 schnellte die Zahl der genehmigten neuen Wohnungen um mehr als ein Fünftel in die Höhe. Daneben entstanden viele gewerblich nutzbare Gebäude auf den Zeichenbrettern der Architekten.
Handwerk ist optimistisch
Zuversicht schafft darüber hinaus die Entscheidung der Bundesregierung, das Gebäudesanierungsprogramm der KfW weiterhin mit 1,5 Milliarden Euro jährlich auszustatten. Leider steckt die geplante steuerliche Förderung der energetischen Sanierung noch immer in den politischen Gremien fest.
Das Handwerk für den gewerblichen Bedarf erwartet, dass der Aufschwung Tritt fasst. Allenfalls einige exportnahe Zulieferer bekommen durch die Krise im Euroraum Probleme. Wegen der vielen neuen Fabriken, Büros und Lagergebäude hat sich der Markt für unternehmensnahe Dienstleister, etwa aus der Reinigungsbranche, vergrößert.
Im Kfz-Gewerbe hofft man auf steigende Handelsumsätze im Frühling. Die Werkstattauslastung könnte von der geförderten Nachrüstung mit Dieselrußfiltern profitieren. Die Fördermittel reichen nach Verbandsangaben für 90.000 Fahrzeuge. Auch bei den Umsatzerwartungen des Lebensmittelhandwerks sind die Optimisten in der Mehrheit. Bei dieser Einschätzung hatten die Teilnehmer wohl auch das üblicherweise lebhafte Geschäft zu Ostern im Blick. we/los
