Der kluge Mann und die kluge Frau bauen vor. Dieser allgemeine Grundsatz sollte derzeit ganz besonders für die anhaltenden Krisen auf den Finanzmärkten und bei den Staatsschulden gelten. Denn es geht um unser Geld. Und da werden Bürger und Handwerk mit ihren Sorgen weitgehend allein gelassen.
Hajo Friedrich

Ganz anders agieren jedoch die großen Spieler auf den Finanzmärkten. Ihnen ist es gleich zu Anfang der Krise gelungen, sich als systemrelevant zu definieren. Das bedeutet in der Praxis: die großen Banken und Versicherungen dürfen nach dem Leitspruch "To big to fail" nicht pleitegehen und werden auf jeden Fall vom Staat - also den Bürgern – vor der Pleite gerettet.
Rettungspaket nur für die Banken
Die Klein- und Mittelbetriebe, das Handwerk sind offenbar nicht "systemrelevant". Sie werden zwar in Sonntagsreden als Rückgrat der Volkswirtschaft gelobt, doch wenn sie in die Krise geraten, dann hilft ihnen kaum keiner. Im Gegenteil – sie scheinen gemeinsam mit den Bürgern die Zeche zu zahlen, die Schuldenmacher in der Politik und die Spieler auf den "Märkten" verursacht haben.
Auch das in dieser Woche vom Deutschen Bundestag mit einer großen Mehrheit angenommene "Rettungspaket" für Griechenland ist im Kern ein Bankenrettungspaket. Es schützt für den Augenblick vor allem deutsche und französische Großbanken vor herben Verlusten. Der immer größer an die Wand gemalte drohende Staatsbankrott Griechenlands und anderer klammer Euro-Länder ist nicht zuletzt ein öffentlichkeitswirksamer Vorwand für die Europäische Zentralbank, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen, um Staaten und Banken zu finanzieren.
Inflation besser als Staatsbankrott?
Das einst oberste Ziel der Geldwertstabilität scheint vergessen. In Hintergrundgesprächen werden Journalisten meinungsbildender Meiden bereits darauf eingeschworen, Leser und Zuschauer mit der rhetorischen Frage zu konfrontieren: Was wollt ihr – etwa den Bankrott ganzer Staaten oder Inflation? Es ist erschreckend, wie massive Geldentwertung plötzlich als das kleinere Übel verkauft wird. Da ist es auch kaum ein Trost, dass das Bundesverfassungsgericht am Dienstag die Rechte des Deutschen Bundestags gestärkt und dafür gesorgt hat, dass der Bundestag über wichtige Entscheidungen zur Eurokrise nicht nur in einem Geheimgremium berät.
Der Gedanke, dass Inflation besser als Staatsbankrott ist, greift bereits um sich. Mein Rat: rette jeder bloß schnell sein Geld, wie und wo er kann. Zu denken geben sollte, dass sich auch reiche Griechen und Italiener bereits aus ihren Heimatländern verschiedet und Milliardenbeträge in der Schweiz und in Immobilien angelegt haben.