Experten rechnen damit, dass die Zahl der Arbeitslosen im Januar wieder die Drei-Millionen-Marke überschritten hat. Dies führen Sie vor allem auf die Jahreszeit zurück, saisonbereinigt sei ein weiterer Rückgang zu erwarten. Die Unternehmen wollen auch weiter Beschäftigung aufbauen.
Hauptgrund für den erwarteten Anstieg der Arbeitslosenzahlen sei, dass im Winter in den Außenberufen Personal entlassen oder nicht eingestellt werde. Das berichteten am Dienstag Volkswirte, die von der Nachrichtenagentur dapd befragt worden waren. Die Experten rechnen mit einem nicht bereinigten Anstieg um 300.000 bis 350.000 Arbeitslose. Werden die saisonalen Effekte herausgerechnet, sei ein weiterer Rückgang um 5.000 bis 20.000 zu erwarten.
Im Dezember war zwar die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um 67.000 auf 2,78 Millionen gestiegen. Saisonbereinigt ergab sich aber ein Minus von 22.000.
Kein Anlass zur Sorge
"Der Arbeitsmarkt wird etwas an Schwung verlieren, weil die Konjunktur nachgelassen hat", erklärt Alexander Rees von UniCredit in München. Er erwartet für Januar einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 350.000, saisonbereinigt jedoch erneut ein kleines Minus um 5.000. "Das sind keine Zahlen, bei denen man sich Sorgen machen muss", betonte er. Denn alles weise darauf hin, dass die Unternehmen in den nächsten Monaten quer durch alle Branchen weiter Beschäftigung aufbauen wollten. "Alles andere wäre eine Überraschung für mich", sagte Rees.
Volkswirt Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut prognostiziert einen wetterbedingten, nicht bereinigten Anstieg der Arbeitslosenzahl um 300.000 sowie einen saisonbereinigten Rückgang um 20.000. Er teilte die Einschätzung von Rees: "Die Unternehmen haben weiterhin Interesse an neuen Mitarbeitern."
"Rückgang wird anhalten"
Von einer weiter steigenden Beschäftigung geht auch Rolf Schneider von Allianz Economic Research aus. "Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wird anhalten", erklärte er. Für Januar erwartet er einen Anstieg um 305.000 und nicht bereinigt ein Minus von ebenfalls 20.000. "Die Konjunktur hat sich stabiler entwickelt als gedacht", sagte Schneider.
Die Januar-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit am 31. Januar in Nürnberg bekannt. dapd