Die Deutschen sind Europas Konjunkturpessimisten. Die Verbraucherstimmung ist zwar in vielen EU-Ländern wegen der anhaltenden Schuldenkrise gesunken. Der aktuelle GfK-Index büßte aber in Deutschland am meisten Werte ein.

Verbraucherstimmung sinkt europaweit
Während die Menschen in Europa im Frühjahr noch daran glaubten, die Krise in absehbarer Zeit überwinden zu können, hat sich dies im Sommer spürbar verändert. Dies geht aus der aktuellen Studie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zur europäischen Verbraucherstimmung hervor. Hierzu wurden Verbraucher in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und der Tschechischen Republik zu ihren Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie ihrer Kauflaune befragt.
Schuldenkrise drückt auf die Stimmung der Verbraucher
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen um eine Rettung Griechenlands und der hohen Verschuldung von Italien und Frankreich sank der Glaube an eine Erholung der Konjunktur laut GfK außer in Polen, Bulgarien und Rumänien in allen europäischen Ländern spürbar. Am stärksten büßte der entsprechende Index von Juni bis September in Deutschland ein, und zwar von 50,3 auf 4,8 Punkte.
Bezüglich der Einkommensentwicklung zeigten sich von allen befragten Verbrauchern die Griechen am pessimistischsten, gefolgt von den Portugiesen und den Franzosen. Die Italiener erwarten angesichts eines möglichen Staatsbankrotts höhere Steuern und fürchten Kürzungen bei den Sozialleistungen. Mit minus 43 Punkten weist der Index hier den niedrigsten Stand seit August 2008 auf.
Höhere Steuern und Abgaben belasten auch die Bereitschaft der Europäer zu größeren Anschaffungen. Allerdings ist die Kauflaune laut GfK in Deutschland mit einem Indexwert von 29,7 Punkten nach wie vor am höchsten, gefolgt von Österreich (26,0 Punkte) und Bulgarien (minus 2,2 Punkte). Die größte Kaufzurückhaltung zeigen Portugiesen, Briten und Rumänen.
dapd