Gewerkschaft fordert Anti-Stress-Verordnung für Betriebe

Laut einer Umfrage der IG Metall werden psychische Erkrankungen wie Burnout immer mehr als ernst zu nehmendes Problem wahrgenommen. Die Gewerkschaft sieht hier eine eklatante Schutzlücke, die dringend geschlossen werden müsse. Sie fordert Anti-Stress-Verordnung für Betriebe.

Gewerkschaft fordert Anti-Stress-Verordnung für Betriebe

"Bei allen klassischen Gesundheitsgefährdungen wie Gefahrstoffe und Lärm gibt es konkrete Präventionsregeln. Bei arbeitsbedingtem Stress: Fehlanzeige", kritisierte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Hier müsse endlich mit einer entsprechenden Verordnung nachgebessert werden, da Stress und Burnout in Werkstätten, Fabrikhallen und Büros in einem Tempo und einem Ausmaß um sich gegriffen hätten, dass es fahrlässig sei, diese Problem unter ferner liefen zu behandeln.

Leistungsdruck steigt besonders in Krisenzeiten

Die IG Metall hatte eine Umfrage unter Betriebsräten durchgeführt, die zeigte, dass sogar von 86 Prozent der Befragten der Anstieg psychischer Erkrankungen in den Betrieben als ernst zu nehmendes Problem wahrgenommen wird. Rund 40 Prozent der Betriebsräte gaben an, dass psychische Erkrankungen stark bzw. sehr stark im Unternehmen zugenommen haben. Hier zeigte sich auch ein Zusammenhang mit der zeit seit der Finanzkrise. Denn insgesamt 68 Prozent der Betriebsräte gaben an, dass der arbeitsbedingter Stress und der Leistungsdruck besonders seit der Krise gestiegen sind.

Die Gewerkschaft sieht großen Handlungsbedarf. Denn in 43 Prozent der befragten Betriebe gab es keine Hilfen für Burnout-Betroffene und in 26 Prozent zu wenige. Der Sozialexperte kündigte an, die IG Metall werde dies gegenüber der Politik zum Tehma machen. "Gesundheit darf nicht hinter betriebswirtschaftlichen Erfolgszahlen und der Wettbewerbsfähigkeit zurückstehen", kritisierte Urban. Arbeitgeber müssten mehr in den Gesundheitsschutz investieren.

dhz