Regierungskonsultationen in Warschau - Tusk will Merkel in Euro-Krise unterstützen Polen und Deutschland legen politische Agenda vor

Deutschland kann in der Euro-Krise auf polnische Unterstützung setzen. Obwohl sein Land nicht Mitglied der Währungsunion sei, liege es "im polnischen und gemeinsamen europäischen Interesse, Griechenland und andere Länder gegen Finanzspekulanten zu verteidigen", sagte Premierminister Donald Tusk am Dienstag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Warschau.

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Polen und Deutschland legen politische Agenda vor

Warschau (dapd). Deutschland kann in der Euro-Krise auf polnische Unterstützung setzen. Obwohl sein Land nicht Mitglied der Währungsunion sei, liege es "im polnischen und gemeinsamen europäischen Interesse, Griechenland und andere Länder gegen Finanzspekulanten zu verteidigen", sagte Premierminister Donald Tusk am Dienstag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Warschau.

Merkel war mit zahlreichen Kabinettsmitgliedern zu Regierungskonsultationen in die polnische Hauptstadt gereist. Die Kanzlerin kündigte an, Polen bei seiner am 1. Juli beginnenden EU-Ratspräsidentschaft "nach allen Kräften zu unterstützen".

Aus Anlass des 20. Jahrestages des deutsch-polnischen Freundschaftsvertrages vereinbarten beide Seiten zudem eine Agenda für die kommenden Jahre. Sie umfasst 92 Projekte in allen Politikfeldern.

Unter anderem legen Warschau und Berlin ein Infrastrukturprogramm auf, das den Einsatz von grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitszügen vorsieht. Auch den jahrelangen Streit um die Ostseepipeline entschärften beide Regierungen. Deutschland sicherte eine Tieferlegung der Gasröhre für den Fall zu, dass die Pipeline die Zufahrt zum Hafen im polnischen Swinemünde behindern sollte.

In der gemeinsamen Erklärung setzen beide Seiten auf eine künftig noch engere Partnerschaft, um "den Versöhnungsprozess zwischen Deutschen und Polen fortzusetzen". Geplant ist unter anderem die Entwicklung des Jugend- und Wissenschaftleraustauschs. Die polnischstämmigen Deutschen und die deutsche Minderheit in Polen sollen bei der Pflege ihrer kulturellen Identität und ihrer Muttersprache unterstützt werden.

dapd