Trotz der Börsentubulenzen und der Verunsicherung durch die Eurokrise rechnet die Bundesregierung mit einem weiteren Wirtschaftswachstum. Dank der starken Inlandsnachfrage sei 2012 einem Plus von zwei Prozent möglich.
Inlandsnachfrage hält Wirtschaftswachstum aufrecht
Obwohl der Ifo-Geschäftsklimaindex in der vergangenen Woche einen deutlichen Rückgang anzeigte, ist die Bundesregierung positiv gestimmt.Sie geht von einer weiter zunehmenden Inlandsnachfrage aus und rechnet deshalb damit, dass die Wirtschaft weiter wächst. Da der Fortgang des Aufschwungs im Frühsommer jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, könnten in diesem Jahr nicht mehr als drei Prozent BIP-Zuwachsraten erreicht werden.
Lieber Geld ausgeben statt sparen
Auch die aktuelle Konsumlaune der deutschen Verbraucher deutet darauf hin, dass die Inlandsnachfrage stabil ist. Aufgrund der Eurokrise und den steigenden Inflationsraten sind viele stark verunsichert. Damit sie jedoch etwas von ihrem Geld haben, geben sie es lieber aus, als es anzulegen. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der Nürnberger Marktforscher der GfK. Grundsetzlich befürchten viele eine zunehmende Rezession, Einkommenseinbußen und steigende Preise.
Der Chefvolkswirt der Allianz-Gruppe, Michael Heise, hält Sorgen vor einer neuen Rezession für unbegründet. "Dafür sehe ich keine überzeugenden Gründe", sagte Heise dem "Weser-Kurier". Er weist zudem darauf hin, dass sich auch die steigende Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise beruhigt habe. "Das wird der Konjunktur ebenfalls helfen", sagte der Wirtschaftsexperte. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass die Schuldenkrise insbesondere in Europa als größtes Konjunkturrisiko bestehen bleibe.
Keine Krise beim Export
Im Exportbereich herrscht bislang noch keine Krisenstimmung. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" haben die deutschen Exporteure Europas Staatsschuldenkrise bislang kaum zu spüren bekommen. Zwar gingen die Ausfuhren nach Griechenland und Portugal zurück, dafür stiegen die Exporte nach Italien, Irland und Spanien deutlich, berichtete das Blatt unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.
"Wir hatten mit einem Rückgang der Exporte nach Griechenland und Portugal gerechnet. Da beide Länder nur eine geringe Rolle für die deutschen Exporteure spielen, sind die Verluste zu verschmerzen", sagte der Präsident des Bundesverbands für Groß- und Außenhandel (BGA), Anton Börner, der Zeitung.
dhz/dapd