Wenn die Angst die Märkte beherrscht

Betriebe würden unter Finanzcrash leiden

Wenn die Angst die Märkte beherrscht

Es brennt schon wieder lichterloh an den globalen Finanzmärkten. Als vor drei Jahren die Investmentbank Lehman Brothers pleiteging und die Märkte mit hinabzog, hieß es allerorts: Solche Krisen darf es nie wieder geben, das gilt es unbedingt zu vermeiden. Mit Billionen wurde die Weltwirtschaft wieder aufgepäppelt doch damit die nächste Krise bereits vorbereitet.

Keine Frage, die Finanzkrise ist zurück, und vielleicht ist sie gefährlicher als die letzte. Denn dieses Mal geht es nicht nur um Investmentbanken und Hypotheken, es geht um ganze Staaten und unsere Währungen. Die USA sind so hoch verschuldet, dass sie Anfang des Monats nur knapp einer Zahlungsunfähigkeit entkommen sind. Wohlgemerkt handelt es sich um die wichtigste Wirtschaftsmacht der Welt. Griechenland ist zwar klein, hat es aber geschafft, den Euro in Gefahr zu bringen. An der Bonität Italiens wird ebenfalls schon gezweifelt. Und die Liste bedrohter Staaten ließe sich problemlos erweitern.

Verlierer sind erstens die Anleger. Ihr angelegtes Geld in Aktien ist binnen weniger Wochen um rund 20 Prozent abgerauscht. Zweitens geraten durch eine neue Krise die Unternehmen in die Bredouille. Panik an den Börsen und Misstrauen der Banken untereinander führt zu einer Kreditklemme für die Firmen. Banken leihen sich untereinander kein Geld mehr, so dass die Kreditmöglichkeiten schneller ausgeschöpft sind. Und der Unternehmer, der eigentlich investieren wollte, guckt in die Röhre.

Dabei ist die deutsche Wirtschaft zuletzt schier aufgeblüht, mit einem starken Arbeitsmarkt wie zu Wirtschaftswunderzeiten, Rekordzahlen der Dax-Konzerne und vollen Auftragsbüchern der Handwerksbetriebe.

Und nun stehen wir schon wieder vor einem globalen Scherbenhaufen? Es war richtig, die Wirtschaft nach dem Crash 2008 mit Milliarden am Leben zu halten, doch diese Summen stehen den Staaten kein weiteres Mal zur Verfügung.

In der Zwischenzeit hätte mehr als Krisenmanagement betrieben werden müssen. Vor allem der Euro braucht eine Zukunft, an ihm hängt unser Wohl und Wehe. Das so lang verschleppte Schuldenproblem muss nun grundsätzlich gelöst werden - und langfristig. Das kann nur die Politik. Hoffentlich kann sie es.