Wohl bekomm’s
Hopfen und Malz - Gott erhalt’s! Das Stoßgebet der Braumeister scheint erhört worden zu sein. Die Deutschen trinken wieder mehr Bier. Für das erste Halbjahr meldete das Statistische Bundesamt in nüchternen Zahlen, dass der Bierabsatz um eine halbe Million Hektoliter gestiegen ist. Das ist immerhin ein Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010, das mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 101,8 Liter das trockenste Bierjahr seit Einführung des Reinheitsgebots gewesen sein soll. Zehn Jahre zuvor lag der Pro-Kopf-Verbrauch noch bei 121 Liter. Nun scheint die Durststrecke überwunden, zumal der erhöhte Bierverbrauch nicht auf besonders heiße Sommertage zurückzuführen sein kann. Vielleicht liegt es ja an der einen oder anderen Studie, wonach ein maßvoller Genuss des berauschenden Gebräus der Gesundheit förderlich sei.
Die Wirkung des Gerstensaftes haben sogar die Russen schon entdeckt, die ja eher für ihren Hang zu Höherprozentigem bekannt sind. Jedenfalls hat die Regierung jetzt extra ein Gesetz geändert, damit Bier auch in Russland endlich als Alkohol gilt. Werden die trinkfreudigen Russen nun scharenweise die Wodka- mit der Bierflasche tauschen? Wenn ja, dann können auch hierzulande die Braumeister anstoßen auf einen Riesenmarkt, den es zu erobern gilt. Im vergangenen Jahr lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Russland bei nur 66 Liter Bier. Da ist noch Potenzial nach oben. Marktanalysten in Bayern beurteilen den russischen Biermarkt mit „Ozapft is!“. Deutsche Kultur für den russischen Bären: Nastrowje! ste