Handwerk ist im Höhenflug

Handwerkswirtschaft: Auslastung deutlich über Vorjahresniveau

Handwerk ist im Höhenflug

Im Handwerk haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten im Laufe des 2. Quartals beschleunigt. Maßgeblich hierfür waren sowohl konjunkturelle Impulse als auch saisonale Auftriebskräfte. Angesichts dieses Szenarios hat sich das Stimmungshoch in den Betrieben fortgesetzt. Der Geschäftsklimaindex im Handwerk stand zuletzt bei 89 Punkten. Ein solch hoher Wert wurde letztmals Anfang der 90er Jahre gemessen.

Der Personalbestand wurde von den Betrieben saison- und konjunkturbedingt weiter aufgestockt. Die Zunahme gegenüber dem Vorquartal fiel aber eher mäßig aus, weil zu Jahresbeginn wegen des milden Winters vergleichsweise wenig Mitarbeiter entlassen oder bereits wieder eingestellt worden sind.

Darüber hinaus haben einige Branchen immer größere Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Hierzu zählen insbesondere der Maschinen- und Werkzeugbau sowie das Ausbaugewerbe. Ende Juni 2011 waren im Gesamthandwerk etwa 1 Prozent mehr Personen tätig als vor einem Jahr.

Die Auslastung der Betriebe ist im Zuge der Frühjahrsbelebung um 7 Prozentpunkte gestiegen und lag im Durchschnitt aller Handwerksbranchen für das 2. Quartal bei 80 Prozent. Auch gegenüber der Vorjahresmarke (76 Prozent) ergab sich als Folge der Konjunkturerholung eine klare Verbesserung.

Der Auftragseingang entwickelte sich weiterhin sehr lebhaft und lag erneut über dem Vorjahresniveau. Dabei spielt der selbsttragende Konjunktur-aufschwung eine immer stärkere Rolle, während die bekannten Basis- und Aufholeffekte an Bedeutung verloren haben. So zeichnete sich vor allem bei den Zulieferern eine schrittweise Normalisierung der Bestellzuwächse ab, die aber trotzdem noch eine beachtliche Dynamik aufweisen.

Im Wohnungs- und im Wirtschaftsbau setzte sich der positive Trend fort. Die Pkw-Nachfrage nahm ebenfalls zu, obgleich die hohen Spritpreise die Kauflust der privaten Haushalte tendenziell gedrückt haben. Insgesamt verfügte das Handwerk zur Jahresmitte über Auftragsreserven von 1,7 Monaten (Vorjahr: 1,4 Monate).

Nachdem die Umsatztätigkeit im 1.Quartal konjunkturbedingt und vor allem aufgrund von Sondereffekten gegenüber dem Vorjahresergebnis extrem stark gestiegen ist, verlief sie auch in der Meldeperiode recht schwungvoll. Maßgebliche Wachstumsträger waren das Baugewerbe, die Zulieferer und das Kraftfahrzeughandwerk. In der ersten Jahreshälfte konnte das Handwerk die Umsätze stark ausweiten und erreichte somit wieder annähernd den Vorkrisenstand aus dem Jahr 2008.

Die Investitionsbereitschaft ist von einer sehr positiven Grundtendenz gekennzeichnet. Der stabile Aufschwung, das immer noch niedrige Zinsniveau und die verbesserte Auslastung haben dazu beigetragen. Die investiven Ausgaben waren im 1. Halbjahr 2011 signifikant höher als vor einem Jahr. bü/los