Tränen auf der Tastatur

Tränen auf der Tastatur

Das Internet holt die große weite Welt zu uns nach Hause. Ob Online-Shopping, per Web-Cam mit der Tante in Australien telefonieren, Behördengänge erledigen oder sogar Beerdigungen per Liveübertragung verfolgen - im Zeitalter von Facebook, Twitter und Co. ist online fast alles möglich. Ganz genau: Beerdigungen im Internet - das scheint in den USA gerade der Trend zu sein. Warum sollte man vor die Haustür gehen, womöglich noch Freunde und Verwandte treffen, wenn das auch vom Sofa aus möglich ist? Freunde und Fans sucht man sich ja heute sowieso lieber in der virtuellen Welt.

Passend dazu wurden auf der CeBIT jetzt die ersten Roboter vorgestellt, die Gefühle zeigen und menschliche Gesten und Mimiken nachahmen können. Und da die neuen Technologien und das Internet unseren Alltag immer mehr bestimmen, könnten doch auch wir unseren treuen Begleitern - den Personal Computern - einmal offenbaren, was wir wirklich empfinden. Da sind die Online-Beerdigungen ein guter Weg, wenn wir im Kreise unserer geliebten PCs Tränen auf die Tastatur vergießen.

Anstrengend wird es nur für die Bestattungsfachkräfte. Sie müssen die Beerdigungszeremonie allein abhalten und dafür sorgen, dass die Online-Übertragung funktioniert. Am Ende jedes Tages können aber auch sie im Web einen Blick auf ihr Werk richten und das Video als Referenz auf die eigene Webseite stellen, es bei Facebook posten oder per Twitter an die Follower schicken - und das vom heimischen Arbeitsplatz aus in die große weite Welt. jtw