Small Business Act wird überarbeitet

EU will kleine Betriebe stärken

Von Hajo Friedrich

Small Business Act wird überarbeitet

„Vorfahrt für KMU“ - mit diesem Ziel wurde der Small Business Act (SBA) im Dezember 2008 vom Europäischen Rat in Brüssel verabschiedet. Als oberste Ziele wurden damals definiert: Reduktion des Verwaltungsaufwands der Unternehmen, Unterstützung von KMU beim Zugang zu Finanzierungsquellen und neuen Märkten. Die meisten Initiativen wurden zwar in die Wege geleitet, eine Überprüfung der bisherigen Umsetzung zeige jedoch, dass weiterhin mehr getan werden muss, erklärte nun die EU-Kommission. Eine Überarbeitung des SBA soll nun folgen.

Als Erfolg des SBA verbucht die Kommission, dass 100.000 KMU die Finanzierungsinstrumente des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in Anspruch genommen haben und dadurch mehr als 100.000 Arbeitsplätze schaffen konnten, sowie die neue EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug, die öffentliche Stellen nun zur Zahlung an Lieferanten innerhalb von 30 Tagen verpflichtet. In den meisten Mitgliedstaaten sei auch der erforderliche Zeit- und Kostenaufwand für die Gründung eines Unternehmens verringert worden.

Der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) zeigt sich mit der bisherigen Umsetzung jedoch nicht zufrieden und fordert angesichts der Schlüsselrolle der KMU in der europäischen Wirtschaft mehr Unterstützung und den Abbau von bürokratischen Hürden.

„Die SBA-Überarbeitung ist ein wichtiges Zeichen zur richtigen Zeit“, sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler. Mit der Aufforderung an öffentliche Einrichtungen und Ämter, Daten und Dokumente künftig nur noch einmal einzuholen, greife die EU-Kommission eine Forderung des Handwerks auf, so Kentzler. „Die konsequente Umsetzung würde unseren Betrieben eine Menge Zeit und damit auch Geld ersparen.“haf