Das Handwerk hat im vierten Quartal seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Allerdings bremste der frühe Winterbeginn die wirtschaftlichen Aktivitäten etwas stärker als saisonüblich. Insgesamt blieb das Stimmungsbild laut dem aktuellen DHZ-Konjunkturspiegel in den Betrieben freundlich.
Handwerk setzt Aufwärtstrend fort
Der Geschäftsklimaindex lag zum Ende des Berichtsquartals bei 81 Punkten und hat die entsprechende Vorjahresmarke (71 Punkte) erneut klar übertroffen.
Die Beschäftigung ging im Berichtszeitraum aus saisonalen Gründen zurück. Vor allem in den Außenberufen hat der heftige Schnee- und Kälteeinbruch zu Produktionseinschränkungen und daher zu Personalentlassungen geführt. Unabhängig davon war in den meisten Branchen eine Stabilisierung der Mitarbeiterzahl festzustellen. Einige Handwerkszweige haben angesichts des konjunkturellen Aufwinds bereits wieder mit einer Aufstockung der Belegschaft begonnen. Im Dezember 2010 lag die Zahl der im Handwerk tätigen Personen annähernd auf dem Niveau von Ende 2009.
Der Auslastungsgrad hat sich vom 3. auf das 4. Quartal leicht gesenkt. Der Rückgang um zwei Prozentpunkte auf 78 Prozent ist dabei ausschließlich durch saisonale Einflüsse zu erklären. Denn von konjunktureller Seite kamen nach wie vor positive Effekte. Dies zeigt auch die eindeutige Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert (75 Prozent).
Die Nachfrageerholung verlief zuletzt zwar nicht mehr so dynamisch wie in den Monaten zuvor, hat dafür aber an Breite und Stabilität gewonnen. Im Baugewerbe entwickelt sich die private Nachfrage nach Wohnungsbauleistungen immer stärker zur treibenden Kraft, während die Auftragsvergabe der öffentlichen Hand eher zögerlich erfolgte. Die Zulieferer meldeten erneut einen deutlichen Bestellzuwachs, wobei zunehmend Impulse von den inländischen Märkten kamen. Auch für die konsumnahen Branchen haben sich das konjunkturelle Umfeld und damit die Absatzperspektiven weiter aufgehellt. Zum Ende des Berichtsquartals verfügte das Gesamthandwerk über Auftragsreserven von rund 1,4 Monaten, was eine spürbare Besserung gegenüber dem Vorjahresstand (1,2 Monate) bedeutet.
Die Umsätze nahmen im Vergleich zum Vorquartal saison- und konjunkturbedingt weiter zu, wobei der Anstieg unter "normalen“ Wetterverhältnissen im Dezember sicherlich noch höher ausgefallen wäre. Gegenüber dem Vorjahr setzte sich der seit dem Frühjahr zu beobachtende Aufwärtstrend fort. Die wichtigsten Wachstumsträger waren nach wie vor das Baugewerbe und die Zulieferer. Zudem dürfte das Kraftfahrzeughandwerk im Zuge des Normalisierungsprozesses wieder zum Vorjahresergebnis aufgeschlossen haben.
Die Investitionsbereitschaft der Handwerksfirmen ist gegenüber dem Vorquartal nochmals gestiegen. Neben saisonalen Aspekten spielten auch die günstigen Konjunkturaussichten sowie Vorzieheffekte wegen dem Auslaufen der degressiven Abschreibung zum Jahresende 2010 eine Rolle.
dhz
