"Eine tiefe Aversion gegen die Kennzeichnung von Menschen und Gruppen" Haseloff rechtfertigt umstrittene Äußerung zur Polizei-Kennzeichnung

Der wegen einer Äußerung zur Kennzeichnungspflicht für Polizisten kritisierte Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seine Beweggründe erläutert. Der CDU-Politiker sprach am Donnerstag in Magdeburg von "einer tiefen Aversion gegen die Kennzeichnung von Menschen und Gruppen" und begründete dies auch mit seiner eigenen Biografie als Katholik in der DDR.

Foto: dapd

Haseloff rechtfertigt umstrittene Äußerung zur Polizei-Kennzeichnung

Magdeburg (dapd-lsa). Der wegen einer Äußerung zur Kennzeichnungspflicht für Polizisten kritisierte Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seine Beweggründe erläutert. Der CDU-Politiker sprach am Donnerstag in Magdeburg von "einer tiefen Aversion gegen die Kennzeichnung von Menschen und Gruppen" und begründete dies auch mit seiner eigenen Biografie als Katholik in der DDR.

Als Beispiel führte Haseloff an, dass er sich bereits als Kind wegen seiner Teilnahme am Religionsunterricht gekennzeichnet gefühlt habe. Später sei die Nicht-Teilnahme an der Jugendweihe hinzugekommen. Zudem verwies er auf die Personenkennzahl in der DDR und eine auch damit verbundene tragische Geschichte eines Schulfreundes. Dies alles sei ihm in der Diskussion durch den Kopf gegangen und bewege ihn noch heute, sagte Haseloff.

Haseloff hatte vor einer Woche in einem Radiointerview zu der von der Opposition geforderten Kennzeichnung gesagt: "Auch aus der deutschen Geschichte halte ich eine Kennzeichnungspflicht für Menschen schlicht und einfach für unerträglich und inakzeptabel." Dieser Satz war als vermeintlicher Vergleich mit der Stigmatisierung von Juden in der Nazi-Zeit heftig kritisiert worden.

dapd