Die deutsche Windstrom-Branche hat den Einbruch des Vorjahres in den ersten sechs Monaten hinter sich gelassen und 356 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 793 Megawatt aufgestellt.
Deutsches Windstrom-Geschäft wächst wieder schneller
Berlin (dapd). Die deutsche Windstrom-Branche hat den Einbruch des Vorjahres in den ersten sechs Monaten hinter sich gelassen und 356 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 793 Megawatt aufgestellt. Für 2011 werde nun mit einer neu installierten Leistung von insgesamt 1.800 Megawatt und damit 16 Prozent mehr als 2010 gerechnet, teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Berlin mit. Damit stünden bis Ende des Jahres Anlagen mit einer Gesamtleistung von 28.900 Megawatt.
Lob gab es dabei für die Länder. Sie hätten mit ihren Initiativen in den vergangenen Monaten deutlich angezogen, sagte BWE-Präsident Hermann Albers. So seien Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg mit ehrgeizigen Zielen für den Ausbau ihrer Kapazitäten vorangegangen. Zudem hätten die Länder deutliche Einschnitte bei der Vergütung im Rahmen der Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verhindert.
In der Kritik stand dagegen die Bundesregierung. Ihre Politik aus Laufzeitverlängerung und anschließendem Atomausstieg sowie die Unsicherheit bei den Förderung habe zuletzt "wenig Grund zur Euphorie gegeben", sagte Albers. Zudem orientiere sich die Förderung nicht ausreichend am Bedarf, und ein umfassender Ansatz für Erzeugung, Speicherung und Einsparungen fehle, bemängelte der Geschäftsführer von VDMA Power Systems, Thorsten Herdan.
Auch läuft der Ausbau der Kapazitäten auf See (Offshore) und der Ersatz alter Anlagen durch leistungsstärkere Windräder den Daten des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) zufolge weiterhin verhalten. So seien zwischen Januar und Ende Juni fünf Offshore-Anlagen mit 25 Megawatt Leistung aufgestellt und 13 Windräder an Land modernisiert worden. Bei Neubauten gehe der Trend hin zu weniger, aber leistungsstärkeren Windrädern, sagte DEWI-Geschäftsführer Jens-Peter Molly.
Im Bundesvergleich stehe weiterhin Niedersachsen als größter Windstrom-Produzent an der Spitze. Auf den Plätzen folgten Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
dapd
