Der Softwarekonzern SAP hat ein überraschend gutes zweites Quartal hingelegt und seine Erwartungen für das Jahr 2011 nach oben präzisiert. Das Unternehmen steuert nun ein Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wechselkurseinflüssen von etwa 4,65 Milliarden Euro an.
SAP korrigiert Erwartungen für 2011 nach oben
Walldorf (dapd). Der Softwarekonzern SAP hat ein überraschend gutes zweites Quartal hingelegt und seine Erwartungen für das Jahr 2011 nach oben präzisiert. Das Unternehmen steuert nun ein Betriebsergebnis ohne Berücksichtigung von Wechselkurseinflüssen von etwa 4,65 Milliarden Euro an.
Der Ausblick berücksichtige die sehr guten Ergebnisse im zweiten Quartal 2011 mit einem Wachstum der Softwareerlöse um 35 Prozent und des Betriebsergebnisses um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Dienstag in Walldorf mit.
Ursprünglich hatte SAP eine Spanne von 4,45 Milliarden bis 4,65 Milliarden Euro für das Gesamtjahr genannt. 2010 betrug das Ergebnis 4,01 Milliarden Euro. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse ohne Berücksichtigung der Wechselkurse erwartet der Softwareriese am oberen Ende der Wachstumsspanne von 10 bis 14 Prozent.
Zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis
SAP erzielte den Angaben nach ein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr von 1,45 Milliarden Euro nach der internationalen Rechnungslegungsvorschrift IFRS, das entspricht einer Steigerung um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze kletterten um 17 Prozent auf 6,32 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal betrugen die Wachstumsraten 14 Prozent bei den Umsätzen und elf Prozent beim operativen Ergebnis.
Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe sagte, das zweite Quartal sei "sehr stark in jeder Hinsicht" gewesen. Das Unternehmen erwarte, dass sich dies im zweiten Halbjahr fortsetze. "Wir sehen Möglichkeiten zu wachsen", sagte er. SAP werde in das Wachstum investieren, wo immer es sich anbiete. Konkrete Möglichkeiten für Zukäufe nannte er nicht.
"Unsere Innovationsstrategie zahlt sich aus", sagte Hagemann Snabe weiter. Neben dem Kerngeschäft, der klassischen Unternehmenssoftware, setze SAP verstärkt auf Mobilitätslösungen, cloudbasierte Anwendungen, also der Verlegung von Anwendungen ins Internet und In-Memory Datenmanagementsysteme, die vor allem über Arbeitsspeicher laufen und so schneller sind.
Beschleunigung bei Verlegung von Softwarelösungen in die Wolke
"Wir sehen eine Beschleunigung bei der Verlegung von traditioneller Hardware in die Cloud und in In-Memory-Services", sagte Hagemann Snabe. Unternehmen investierten mehr in Software und weniger in Infrastruktur. Davon profitiere SAP.
Die im DAX notierte Aktie kletterte kurz nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als zwei Euro nach oben und erreichte zwischenzeitlich ein Tageshoch von 44,50 Euro.
Mit Software von SAP kontrolliert beispielsweise Volkswagen seine globalen Finanzströme oder optimiert der Automobilzulieferer Hella seine Lagerbestände und Beschaffung. Insgesamt nutzen nach Unternehmensangaben mehr als 172.000 Kunden die Softwarelösungen.
dapd
