Der geplante Wechsel des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann an die Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank sorgt für Unmut in der Politik.
Politiker kritisieren Ackermann-Wechsel
Düsseldorf (dapd). Der geplante Wechsel des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann an die Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank sorgt für Unmut in der Politik. "Für mich ist es nicht akzeptabel, dass er mit großem Brimborium einen Corporate-Governance-Kodex fordert und auf der anderen Seite die Deutsche Bank sich selbst bei dem ersten sich bietenden Anlass nicht an diesen Kodex hält", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU).
Zurückhaltender äußerte sich SPD-Bundestagsfraktions-Vize Joachim Poß. Es sei "bedauerlich, dass ein erneuter Verstoß gegen die Intentionen der Corporate Governance erfolgen soll", sagte er der Onlineausgabe des "Handelsblatts". Die gesamte geplante Personal-Konstellation hielt Poß aber "bei aller Kritik an der Person Josef Ackermann" für vertretbar. So bestehe die Hoffnung, dass der realwirtschaftlich orientierte Privat- und Geschäftskundenbereich gegenüber dem Investmentbanking künftig nicht an Bedeutung verliere.
Ackermann hatte einen Wechsel in den Aufsichtsrat in der Vergangenheit stets ausgeschlossen. Solch eine Rochade widerspricht den Richtlinien für gute Unternehmensführung ("Corporate Governance Kodex"): Demnach dürfen Vorstandsmitglieder erst nach einer zweijährigen Karenzzeit in das Kontrollgremium ihres Unternehmens einziehen. Eine Ausnahme ist nur möglich, wenn die Wahl des Aufsichtsrats auf der Hauptversammlung "auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 Prozent der Stimmrechte an der Gesellschaft halten", erfolgt.
dapd
