Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik, Ali Kizilkaya, ist besorgt wegen der Anschläge in Norwegen. Kizilkaya sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd, auch in Deutschland werde "die Islamophobie sehr unterschätzt". Es müsse nun überlegt werden, wie eine "Kultur der Toleranz" gefördert werden könne.
Islamrat besorgt über Anschläge in Norwegen
Köln (dapd). Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik, Ali Kizilkaya, ist besorgt wegen der Anschläge in Norwegen. Kizilkaya sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd, auch in Deutschland werde "die Islamophobie sehr unterschätzt". Es müsse nun überlegt werden, wie eine "Kultur der Toleranz" gefördert werden könne.
Kizilkaya mahnte, notwendig sei ein verstärkter Abbau von Vorurteilen gegenüber Muslimen, um der Fremdenfeindlichkeit zu begegnen. Das "Anderssein" dürfe nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Vielmehr handele es sich hierbei um eine Bereicherung für die Gesellschaft.
"Die beste Prävention ist Aufklärung", fügte Kizilkaya hinzu. Er verwies darauf, dass es in Deutschland bereits Attacken auf Muslime gab - etwa als vor rund zwei Jahren im Dresdner Landgericht die Ägypterin Marwa El-Sherbini erstochen wurde. Der Islamrats-Vorsitzende betonte: "Egal, von welcher Seite der Terrror kommt - die Gesellschaft muss sich gemeinsam dagegen stellen."
Kizilkaya kritisierte, die gegenwärtige Integrationspolitik der Bundesregierung befinde sich in einer "Sackgasse". Er fügte hinzu: "Wenn in Deutschland fremdenfeindliche und islamophobe Bücher zu Bestsellern werden, dann läuft etwas schief." Leider habe die Islamkonferenz der Regierung "keinen Beitrag zu einem besseren Zusammenleben geleistet, da sie zu einer Sicherheitskonferenz verkommen ist".
dapd
