Linke hat Probleme - Lötzsch: "Wir brauchen mehr Mitglieder" Grüne feiern Mitgliederrekord

Während die Grünen sich über die größte Zahl von Mitgliedern in ihrer Geschichte freuen, hat die Linke in diesem Bereich offenbar Schwierigkeiten. Einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach die Mitgliederzahl innerhalb eines halben Jahres um mehr als drei Prozent gesunken sei, wollte die Partei zwar nicht bestätigen.

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Grüne feiern Mitgliederrekord

Berlin (dapd). Während die Grünen sich über die größte Zahl von Mitgliedern in ihrer Geschichte freuen, hat die Linke in diesem Bereich offenbar Schwierigkeiten. Einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach die Mitgliederzahl innerhalb eines halben Jahres um mehr als drei Prozent gesunken sei, wollte die Partei zwar nicht bestätigen. Die Linke-Vorsitzende Gesine Lötzsch räumte aber unumwunden ein: "Wir brauchen mehr Mitglieder."

Die Grünen knackten nach eigenen Angaben am Montag die Marke von 58.000 Parteimitgliedern und erreichten damit einen neuen Höchststand. Allein seit Jahresbeginn seien rund 5.000 Mitglieder hinzugekommen, sagte Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke in Berlin. Nach den Rekordzuwächsen 2010 seien im ersten Halbjahr 2011 pro Monat im Schnitt "noch einmal mehr Neumitglieder gekommen als je zuvor". Die Grünen hatten bereits zum Jahresende 2010 ein Allzeithoch an Mitgliedern erreicht.

Linke will aktuelle Zahl nicht nennen

Dagegen soll die Linke laut einer "Spiegel"-Meldung vom Wochenende seit Ende 2010 mehr als 2.000 Mitglieder verloren haben. Die aktuelle Stärke liege bei etwa 71.000. Diese Zahl wollte Lötzsch am Montag weder dementieren noch bestätigen. Es sei "guter Brauch", die Mitgliederzahl jeweils zu einem bestimmten Stichtag mitzuteilen. Am 31. Dezember 2010 habe die Linke 73.658 Mitglieder gehabt. Andere Angaben seien nicht offiziell. Allerdings war auch die Zahl von Ende 2010 schon kein Grund zum Jubeln gewesen: Ein Jahr zuvor hatte die Linke noch gut 78.000 Mitglieder verzeichnet.

Der "Spiegel" berichtete auch, dass das Durchschnittsalter der mitglieder- und finanzstarken Landesverbände im Osten fast durchweg 65 Jahre überschreite. Finanziell sei die Partei bis heute auf die Altmitglieder angewiesen, die weitgehend aus der früheren SED stammen. Lötzsch räumte ein, dass vor allem ältere Mitglieder im Osten des Landes mehr Beiträge zahlten als neuere Mitglieder im Westen. Ein Verlust eines solchen gut zahlenden Mitglieds sei "nicht nur menschlich, sondern auch in der Parteikasse schmerzlich".

Von den Mitgliederzahlen der großen Parteien sind Linke wie Grüne weit entfernt: In der CDU und der SPD sind jeweils etwa eine halbe Million Menschen organisiert.

dapd