Der Jesuitenpater und frühere Leiter des Berliner Canisius-Kollegs Klaus Mertes fordert einen offeneren Umgang der Kirche mit Sexualität. Nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals sei die Frage weiter offen, "was wir bei uns ändern müssen, um besser hören zu können, wenn Missbrauchsopfer reden wollen", sagte Mertes dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht vom Sonntag.
"Die Antwort ist das große Schweigen"
Hamburg (dapd). Der Jesuitenpater und frühere Leiter des Berliner Canisius-Kollegs Klaus Mertes fordert einen offeneren Umgang der Kirche mit Sexualität. Nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals sei die Frage weiter offen, "was wir bei uns ändern müssen, um besser hören zu können, wenn Missbrauchsopfer reden wollen", sagte Mertes dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht vom Sonntag. Dazu müsse in der Kirche endlich offen über Sexualität geredet werden.
Doch die Realität sehe leider immer noch so aus: "Wir stellen Fragen. Die Antwort ist das große Schweigen", beklagte Mertes. Er kritisierte eine Angst der Kirchenhierarchie vor "pöbelnden Dunkelkatholiken". Dabei handle es sich um eine laute, selbstgerechte Minderheit in der Kirche, die "jede Kritik als Illoyalität begreifen".
Bitter sei vor allem, dass Rom Denunziationen annimmt, fügte Mertes hinzu. Da sie meist anonym blieben, könnten sie "im Dunkeln agieren".
dapd
