Kerzen stehen vor den Nordischen Botschaften in Berlin und die Flaggen sind auf Halbmast gesetzt. Zahlreiche Menschen sind gekommen, um am Samstag ihre Trauer und Solidarität mit dem von Terroranschlägen getroffenen Norwegen zu bekunden. Am Eingangsbereich des Botschaftsgeländes werden für die mindestens 91 Toten der beiden Anschläge Blumen abgelegt, zumeist Rosen.
Trauer und Entsetzen in Berlin nach Anschlägen in Norwegen
Berlin (dapd). Kerzen stehen vor den Nordischen Botschaften in Berlin und die Flaggen sind auf Halbmast gesetzt. Zahlreiche Menschen sind gekommen, um am Samstag ihre Trauer und Solidarität mit dem von Terroranschlägen getroffenen Norwegen zu bekunden. Am Eingangsbereich des Botschaftsgeländes werden für die mindestens 91 Toten der beiden Anschläge Blumen abgelegt, zumeist Rosen.
Einer von den Trauergästen ist der Berliner Rechtsanwalt Nicolas von Behr, er hält einen Strauß Rosen in der Hand. Behr ist in Begleitung seiner Hamburger Neffen gekommen. "Für mich war es schockierend, wie hoch die Opferzahlen sind. Es ist unvorstellbar, dass ein Einzelner so viele Menschen töten kann", sagt er. "Das ist ein Tag der Trauer für ganz Europa." Mit ihrem Kommen wolle die Familie ein Zeichen der Verbundenheit mit dem norwegischen Volk setzen.
Mit dem Rad sind auch Hermann und Corinna gekommen. "Ich habe erst vergangenes Jahr meinen Urlaub in Norwegen verbracht", sagt er. "Ich bin in eben jenem Oslo-Fjord geschwommen, in dem sich die Insel befindet, auf der jetzt das Massaker angerichtet wurde. Von Oslo aus sind wir quer durchs Land gefahren." Seine Partnerin ergänzt: "Oslo ist eine Stadt des Friedens; das ganze Land ist so freundlich und tolerant."
Auch die Nordischen Botschaften in Berlin stehen für Offenheit und Toleranz. Das Gebäude zählt zu den faszinierendsten Bauten neuerer Architektur in der Bundeshauptstadt. Im Botschaftsviertel am Rande des Tiergartens gelegen, vereinen sie auf einem Dreiecksgrundstück die Königlich Dänische Botschaft, die Botschaft von Finnland, von Schweden, von Island und die Königlich Norwegische Botschaft.
Vor den Botschaftseingängen befindet sich das Felleshus, ein luftig gestaltetes Gemeinschaftshaus. Es hat auch am Wochenende geöffnet - eine Seltenheit für Botschaftsgelände. Noch bis 7. September wird hier die Ausstellung "Flagships of Culture - neue nordische Kulturhäuser" gezeigt. Am Samstag beherrscht aber nicht die Kultur, sondern die Trauer den Ort.
Unterdessen hat ein Mitarbeiter der Botschaft ein Feuerzeug besorgt, um von Gästen mitgebrachte Kerzen anzuzünden, die zwischen den Blumen stehen. Auch andere Besucher berichten spontan von ihren Urlaubserlebnissen in Skandinavien. Fassungslos schauen sie im Gemeinschaftshaus auf einen Fernseher, der Nachrichten des norwegischen TV überträgt. Auch Skandinavier, die in Berlin Urlaub machen, versuchen, genaue Informationen über die Ereignisse in der Heimat zu bekommen.
Unruhe herrscht nur in Rezeption Hauses - hier klingelt pausenlos das Telefon. Menschen aus ganz Deutschland wollen ihre Trauer zum Ausdruck bringen und ihre Unterstützung versichern. Und die Ausstellung im Felleshus soll geöffnet bleiben. "Jetzt doch gerade", sagt die Leiterin des Gemeinschaftshauses.
dapd
