Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger fürchtet um den Fortbestand des Euro und lehnt einen Schuldenerlass für Griechenland ab. Das geht aus zwei am Wochenende veröffentlichten repräsentativen Umfragen hervor.
Mehrheit gegen Schuldenerlass für Athen
Berlin (dapd). Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger fürchtet um den Fortbestand des Euro und lehnt einen Schuldenerlass für Griechenland ab. Das geht aus zwei am Wochenende veröffentlichten repräsentativen Umfragen hervor.
53 Prozent der Deutschen sagten einer Blitzumfrage des Meinungsforschungsinstitut Emnid für "Bild am Sonntag" zufolge, sie hielten es für falsch, Griechenland einen Teil seiner Schulden zu erlassen. 39 Prozent befürworten dies. 72 Prozent der Befragten glaubten nicht, dass der Euro dank der Beschlüsse des Brüssler Gipfels dauerhaft gerettet ist.
Ähnlich lautet das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag der "Welt am Sonntag". Insgesamt 71 Prozent der Befragten rechnen demnach damit, dass die Euro-Krise schwerwiegende Folgen haben wird. Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) erwartet, dass die Gemeinschaftswährung im Zuge der Krise durch Inflation an Wert verliert.
Fast ein Drittel (31 Prozent) gehen laut der GfK-Studie davon aus, dass zumindest einzelne Länder den Währungsraum verlassen werden. Und ein Fünftel (20 Prozent) glaubt sogar, dass die Währungsunion ganz auseinanderbricht.
Besonders groß ist der Pessimismus in Ostdeutschland, wo nur vier Prozent erwarten, dass der Euro die Krise unbeschadet übersteht; im Westen beträgt dieser Wert neun Prozent.
Die GfK befragte insgesamt 1068 Männern und Frauen in Deutschland befragt. Die Umfrage wurde Mitte Juli durchgeführt, also noch vor dem jüngsten Krisengipfel in Brüssel. Emnid befragte am 22. Juli insgesamt 502 Personen.
dapd
