Mit Bestürzung hat die Bundesregierung auf den Bombenanschlag in der norwegischen Hauptstadt Oslo reagiert. Sie habe mit Entsetzen von der menschenverachtenden Tat im Regierungsviertel Oslos erfahren, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitagabend in Berlin.
Bestürzung über Bombenanschlag in Oslo
Berlin (dapd). Mit Bestürzung hat die Bundesregierung auf den Bombenanschlag in der norwegischen Hauptstadt Oslo reagiert. Sie habe mit Entsetzen von der menschenverachtenden Tat im Regierungsviertel Oslos erfahren, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitagabend in Berlin. "Klar ist, dass wir alle, die an Demokratie und friedliches Zusammenleben glauben, solchen Terrorismus, womit auch immer er begründet wird, scharf verurteilen müssen."
Den Familien der Opfer und den Verletzten versicherte die CDU-Vorsitzende ihre tiefe Anteilnahme und fügte hinzu: "Die norwegische Regierung und das norwegische Volk sollen wissen, dass die Bundesregierung und die Deutschen solidarisch an ihrer Seite stehen."
Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP), erklärte: "In dieser sehr ernsten und traurigen Lage stehen wir fest an der Seite des norwegischen Volkes, das einen seiner schwersten Tage erlebt. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen."
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich rief zu erhöhter Wachsamkeit in Deutschland auf. "Dennoch ergibt sich daraus für Deutschland derzeit keine neue Lage", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe) laut einem Vorabbericht.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der Zeitung mit Anschlägen muss man überall in Europa rechnen. "Die in Bayern und Deutschland getroffenen Sicherheitsvorkehrungen sind nicht übertrieben. "Akut sieht Herrmann jedoch keine Bedrohung hierzulande und deshalb auch keinen Grund für verstärkte Polizeipräsenz auf den Straßen.
Das Auswärtige Amt in Berlin rief Touristen unterdessen zu umsichtigem Verhalten auf. Die Innenstadt sollte gemieden und den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge geleistet werden, teilte die Behörde in einem Sicherheitshinweis am Freitagabend auf ihrer Homepage mit. Reisende sollten zudem die Medienberichterstattung zu den Ereignissen im Land aufmerksam verfolgen. Zu den Hintergründen der Explosion liegen der Behörde noch keine belastbaren Informationen vor.
Die Europäische Union und die NATO verurteilten den Bombenanschlag in scharfer Form. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erklärte, er sei aufs äußerste schockiert. Ein Anschlag solchen Ausmaßes sei nichts, was man in Norwegen erwarten würde. Norwegen werde "mit Frieden zuhause und dem Stiften von Frieden im Ausland" in Verbindung gebracht, erklärte Barroso. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einer "abscheulichen Tat". Norwegen ist mit etwa 400 Soldaten im internationalen Militäreinsatz in Afghanistan beteiligt.
Bei der Explosion einer Autobombe im Regierungsviertel Oslos waren am Nachmittag sieben Menschen ums Leben gekommen, mindestens 15 weitere wurden verletzt. Wenige Stunden später eröffnete ein Bewaffneter das Feuer auf ein Jugendlager auf der Insel Utoya bei Oslo. Dabei wurden laut Polizei mindestens neun Menschen getötet, Medienangaben zufolge können es sogar mehr als 20 Tote sein. Ein Mann in Polizeiuniform wurde festgenommen. Laut Polizei besteht zwischen beiden Anschlägen ein Zusammenhang.
dapd
