EZB-Chef sieht die Bedingungen der Zentralbank erfüllt Trichet gibt sich zufrieden mit Euroland-Gipfel

Der Präsident der europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat sich zufrieden über den Ausgang des Euroland-Gipfels zu Griechenland geäußert. Die Bedingungen der Zentralbank seien erfüllt worden, sagte er am Donnerstagabend in Brüssel. Griechenland sei ein Sonderfall, bei dem der Privatsektor einbezogen werde in die Hilfen.

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Trichet gibt sich zufrieden mit Euroland-Gipfel

Brüssel (dapd). Der Präsident der europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat sich zufrieden über den Ausgang des Euroland-Gipfels zu Griechenland geäußert. Die Bedingungen der Zentralbank seien erfüllt worden, sagte er am Donnerstagabend in Brüssel. Griechenland sei ein Sonderfall, bei dem der Privatsektor einbezogen werde in die Hilfen. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich aber dazu verpflichtet, dass es dabei bleibe. Außerdem hätten sie 35 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt zur Absicherung von griechischen Staatsanleihen, falls die Bewertungsagenturen einen Teilausfall erklären sollten.

Zur Frage, ob Griechenlands Schuld bereits zum Teil ausgefallen sei, sagte Trichet. "Nein, an diesem Punkt nicht. Ich will nicht vorgreifen." Es sei alles getan worden, um dies zu vermeiden. "Wir werden sehen, was geschieht." Die Verluste oder Abschreibungen des Privatsektors wollte Trichet nicht beziffern. "Es ist deren Angebot. Die Hauptforderungen sind nicht betroffen, wohl aber der Gegenwartswert." Damit meinte Trichet, dass der Nominalwert der Anleihen bleibe, die Zinseinnahmen jedoch vermindert würden.

Sehr wichtig sei es, dass Griechenland nun sein Privatisierungsprogramm umsetze, fügte Trichet hinzu. "Harte Arbeit" in dem Land sei notwendig.

Trichet wollte die Entscheidungen nicht als Niederlage der EZB verstanden wissen. Dies hätten die Staats- und Regierungschefs entschieden. Die EZB habe in den vergangenen zwölf Jahren eine Inflationsrate von 1,97 Prozent erzielt. Das sei Europa-Rekord, auch im Vergleich mit der Bundesbank, der Banque de France und der niederländischen Zentralbank. Trichet räumte ein, dass die Spitzenpolitiker in der Vergangenheit nicht immer auf die EZB gehört hätten.

dapd