Hauptfeldwebel Stephan Döll sitzt am Operationstisch. Gemeinsam mit Oberfeldwebel Heidi Kötteritz versorgt der Mediziner im Sanitätsregiment 32 der Bundeswehr in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) bei einem Patienten eine klaffende, stark blutende Wunde am Bein. Mit einem Löffel schabt Döll die Wunde aus, Kötteritz tupft ab. Allerdings ist das Szenario nur gestellt.
Üben für den Ernstfall
Weißenfels (dapd). Hauptfeldwebel Stephan Döll sitzt am Operationstisch. Gemeinsam mit Oberfeldwebel Heidi Kötteritz versorgt der Mediziner im Sanitätsregiment 32 der Bundeswehr in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) bei einem Patienten eine klaffende, stark blutende Wunde am Bein. Mit einem Löffel schabt Döll die Wunde aus, Kötteritz tupft ab. Allerdings ist das Szenario nur gestellt. Die Soldaten des Regiments üben an einem Dummy die medizinische Versorgung von verwundeten Kameraden.
Der OP-Saal in dem mobilen Lazarett ist auf den ersten Blick kaum von einem in einem zivilen Krankenhaus zu unterschieden. Die Patienten-Puppe ist mit grünen sterilen Tüchern bedeckt, ein Anästhesist wacht über die Atmung, ein anderer Sanitäter reicht Instrumente. Doch befindet sich der OP-Saal in einem klimatisierten Container, die die Bundeswehr unter anderem in Afghanistan einsetzt.
Döll dient seit zwölf Jahren bei der Bundeswehr und hat bereits Erfahrungen im Auslandseinsatz gesammelt. "Im Einsatz denkt man nicht über die Situation nach", sagt der Hauptfeldwebel beim Besuch von Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU). Es könne immer ein Soldat auf dem OP-Tisch liegen, "mit dem man am Abend zuvor noch zusammengesessen und etwas getrunken hat".
Im Sanitätsregiment ist technisch viel zu üben. Allerdings ließen sich hier bestimmte Folgen von Anschläge schlecht nachstellen, sagt der Operateur. Sein Vorgesetzter, der Kommandeur des Sanitätskommandos III, Generalarzt Michael Tempel, betont, ein Sanitäter in Kriegsgebieten müsse auch damit rechnen, bei seiner Hilfe selbst angegriffen und verletzt zu werden.
Haseloff ist beeindruckt von der Technik im Sanitätsregiment, in dem 1.300 Soldaten stationiert sind. Unter anderem besichtigt der CDU-Politiker einen "Yak", ein speziell geschützter Krankenwagen, der mit allen Geräten eines normalen Krankenwagen ausgerüstet ist. Nur das er nicht weiß lackiert ist, sondern in Tarnfarbe gestrichen wurde.
In Weißenfels macht sich Haseloff für den Erhalt des Standortes stark. Wer sich von Weißenfels zurückziehe, der mache einen Fehler, sagt der CDU-Politiker. Die Bundeswehr müsse auch in der Fläche erhalten bleiben und Nähe vermitteln, sonst werde es immer schwieriger, Freiwillige für den neuen Dienst zu finden. Das Sanitätskommando III ist eines von vier regionalen Kommandos des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.
dapd
