Zugleich kritisiert auch Polenz türkische Position in der Zypernfrage CDU lehnt CSU-Forderung nach Ende der EU-Türkei-Verhandlungen ab

Die CDU lehnt die CSU-Forderung nach einer Unterbrechung der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei während der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft ab.

CDU lehnt CSU-Forderung nach Ende der EU-Türkei-Verhandlungen ab

Frankfurt/Main (dapd). Die CDU lehnt die CSU-Forderung nach einer Unterbrechung der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei während der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft ab. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz (CDU) kritisierte zwar in der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht die Haltung der Türkei in der Zypernfrage, ein Abbruch der Beitrittsverhandlungen würde aber strategische Optionen für beide Seiten verbauen. "Die Defizite in der Türkei, um die es in den Verhandlungen auch geht, würden so verewigt", sagte er.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte gedroht, die Beziehungen zur EU auf Eis legen, falls es vor der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Zypern im kommenden Jahr kein Abkommen zur Wiedervereinigung der Insel gibt. Türkische Truppen halten seit 1974 den Norden der Insel besetzt. Die dort ausgerufenen Republik wird jedoch nur von der Türkei als Staat anerkannt. Nach Auffassung der EU gehört Nordzypern als Teil der griechisch dominierten Republik Zypern zur Europäischen Union.

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok sagte der Zeitung: "Wer in die Union rein will, muss sich an die Regeln halten." Erdogan könne sich nicht aussuchen, mit wem er in der EU reden wolle. Die Zyprer seien als Ratspräsidenten der EU Ansprechpartner für die Türken.

dapd