Aktionsbündnis prüft Teilnahme Termin für Vorstellung des Stresstests weiter offen

Gegner und Befürworter des Bahnprojekts "Stuttgart 21" haben sich am Dienstag erneut nicht auf einen endgültigen Termin für die offizielle Vorstellung des Belastungstests geeinigt.

Foto: dapd

Termin für Vorstellung des Stresstests weiter offen

Stuttgart (dapd). Gegner und Befürworter des Bahnprojekts "Stuttgart 21" haben sich am Dienstag erneut nicht auf einen endgültigen Termin für die offizielle Vorstellung des Belastungstests geeinigt. Der Schlichter in dem Konflikt, Heiner Geißler, sagte am Dienstag in Stuttgart, dass das Gutachten über den Leistungstest, der nachweisen soll, dass "Stuttgart 21" 30 Prozent mehr Verkehr abfertigen kann, in jedem Fall in der kommenden Woche präsentiert werde. Lediglich der 28. Juli wurde als Präsentationstermin ausgeschlossen.

Es war bereits das dritte Treffen der Gegner und Befürworter des Bahnprojekts, um die Voraussetzungen für die öffentliche Vorstellung zu besprechen. Die Bahn hatte in der Simulation den Verkehr im Tiefbahnhof "Stuttgart 21" in der Zeit zwischen 6.00 und 10.00 Uhr an 100 Betriebstagen nachgestellt. Aus Konzernkreisen war durchgesickert, dass man davon ausgehe, dass "Stuttgart 21" den Test bestehe.

Die Gegner des Bahnprojekts kritisieren, dass sie nicht früh genug in die Erstellung des Tests eingebunden waren und die Grundlagen wie den Fahrplan oder die Haltezeiten nicht kennten. Die Bahn habe sich die Aufgabe gestellt und präsentiere nun eine Lösung, ohne aber den Lösungsweg offenzulegen, kritisierten die Sprecher.

Derzeit wird der Stresstest von den Verkehrsplanern der Firma SMA begutachtet. Das Testat zum Belastungstest für den Tiefbahnhof wird laut Geißler am Donnerstag (21. Juli) an die Beteiligten verschickt. In der kommenden Woche soll das Gutachten öffentlich präsentiert werden, laut Geißler soll diese Veranstaltung im Fernsehen übertragen werden.

Das Aktionsbündnis gegen "Stuttgart 21" warf der Bahn erneut vor, die in der Schlichtung vereinbarten Regeln verletzt zu haben. Weiterhin fehle den Gegnern Datenmaterial, um den Leistungstest sachgerecht bewerten zu können, sagte Sprecher Hannes Rockenbauch. Man habe für SMA eine Liste mit offenen Fragen zusammengestellt. Laut Geißler könnten diese bis zur kommenden Woche noch in das Gutachten eingearbeitet werden.

Ob das Aktionsbündnis gegen "Stuttgart 21" an der öffentlichen Präsentation des Stresstests teilnimmt, ist weiterhin offen. Rockenbauch sagte, dass man sich überlegen werde, ob das gesamte Stresstestverfahren überhaupt anerkannt werden könnte. Voraussichtlich am Donnerstag wolle man darüber informieren. Geißler sagte, dass das Aktionsbündnis nun entscheiden müsse, ob das Informationsdefizit ausreichend behoben wurde.

Sollte das Gutachten Nachbesserungen an "Stuttgart 21" fordern, so hätten sich die Projektträger in der Schlichtung verpflichtet, diese umzusetzen. Sollten darüber hinaus Probleme offen bleiben, müsse eben das baden-württembergische Volk bei der geplanten Volksabstimmung darüber entscheiden. Für Geißler dient die öffentliche Vorstellung des Stresstests deshalb auch der Information der Bevölkerung im Vorfeld eines möglichen Volksentscheids im Herbst.

dapd