SPD-Vize Manuela Schwesig fordert von der Union, sich vom geplanten Betreuungsgeld zu verabschieden und stattdessen in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zu investieren. "Wir brauchen mehr Ganztagskitas statt dieser unsinnigen Herdprämie", erklärte die stellvertretende Parteivorsitzende am Dienstag in Berlin.
Schwesig fordert Abkehr der Union vom Betreuungsgeld
Berlin (dapd). SPD-Vize Manuela Schwesig fordert von der Union, sich vom geplanten Betreuungsgeld zu verabschieden und stattdessen in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zu investieren. "Wir brauchen mehr Ganztagskitas statt dieser unsinnigen Herdprämie", erklärte die stellvertretende Parteivorsitzende am Dienstag in Berlin. Künftig sollen Eltern, die ihr Kind im Alter von ein bis drei Jahren zu Hause betreuen, Anspruch auf das Betreuungsgeld haben.
Eine hochwertige Bildungsinfrastruktur sei die zentrale Voraussetzung für gleiche Chancen auf gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen. Nur so könnten "die Fachkräfte von morgen" gewonnen werden. "Selbst die Arbeitgeber fordern heute Investitionen in gute Bildungs- und Betreuungseinrichtungen", sagte Schwesig und bezog sich damit auf ein Acht-Punkte-Programm, das die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Dienstag in Berlin vorgestellt hatte.
Darin fordert die BDA unter anderem den Ausbau der Sprachförderung und die Verbesserung der frühkindlichen Erziehung in mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereichen. Gerade in jungen Jahren sei das "Lernfenster" weit offen, sagte Bildungsexperte Christoph Fay. Angebote für Kinder unter drei Jahren müssten nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ ausgebaut werden. "Wenn Kindergärten nicht Verwahranstalten sein sollen, sondern Bildungshäuser, dann sind die Kultusminister in der Pflicht." Sie seien für die Umsetzung von Bildungsplänen verantwortlich, die bereits entwickelt seien.
Fay, der eine gemeinsame Arbeitsgruppe von BDA und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zum Thema frühkindliche Bildung leitet, sprach sich dafür aus, Kindertagesstätten durch Bildungspläne und entsprechend ausgebildetes Personal aufzuwerten. "Leitbild muss die umfassende, gezielte und systematische Förderung jedes einzelnen Kindes sein."
dapd
