Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt trotz des anhaltenden Umfragetiefs der Union Rückendeckung von der CSU-Spitze. Parteichef Horst Seehofer verlangte am Montag ein Ende der Attacken aus CDU und CSU auf Merkel. Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wies die Kritik am Euro-Krisenmanagement der Kanzlerin zurück.
Rückendeckung für Merkel aus Bayern
Berlin/München (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt trotz des anhaltenden Umfragetiefs der Union Rückendeckung von der CSU-Spitze. Parteichef Horst Seehofer verlangte am Montag ein Ende der Attacken aus CDU und CSU auf Merkel. Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe wies die Kritik am Euro-Krisenmanagement der Kanzlerin zurück.
Seehofer forderte in einer Sitzung des CSU-Vorstands in München, auf weitere "Zwischenrufe" in Richtung der Schwesterpartei zu verzichten. Er sagte anschließend bei einer Pressekonferenz: "Das kann und muss unterbleiben." Die wirksamste Therapie gegen das Umfragetief der Union sei neben der Qualität der Arbeit auch die Geschlossenheit im Auftreten. In beiden Punkten könne die Union "zulegen".
In den vergangenen Tagen hatten Politiker sowohl von CDU als auch von CSU Merkel Führungsschwäche und Orientierungslosigkeit vorgeworfen. Als Beispiele wurden unter anderem die Energiewende und der Umgang der Kanzlerin mit der Euro-Schuldenkrise genannt.
Gröhe entgegnete in Berlin: "Europa und die Stabilität des Euro, das ist gleichsam DNA der CDU." Man sei sich der Dimension der Herausforderung bewusst, das zeige schon die Aussage der Kanzlerin: "Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa."
Der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber forderte allerdings von der Bundesregierung "klare Konzepte" beim Vorgehen gegen die EU-Schuldenkrise. Das CSU-Präsidiumsmitglied Manfred Weber verlangte, die Führungsspitze der Union müsse den Bürgern stärker als bisher erklären, warum ein stabiler gemeinsamer Währungsraum in Europa notwendig sei. Dabei sei auch die Kanzlerin gefordert.
Die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mahnte dagegen: "Ratschläge, die in der Öffentlichkeit gegeben werden an die eigene Adresse, sind selten gute Ratschläge, sondern sind dann eher Nackenschläge." Seehofer lobte ausdrücklich, dass Merkel in der Debatte über die Schuldenkrise nicht "laut" vorgehe. Unter solcher Zurückhaltung verstehe er "Regierungskunst".
Der CSU-Chef betonte zugleich, seine Partei sei vom Umfragetief der Union "Gott sei Dank" nicht erfasst. Er habe aber natürlich "auch ein Interesse, dass es in Berlin gut geht".
Seehofer fügte hinzu, die CSU starte mit einem "klaren Bekenntnis" zur schwarz-gelben Koalition in die zweite Halbzeit der Legislaturperiode. Dies geschehe "ohne Wenn und Aber". Die CSU wolle, dass die Koalition mit der FDP erfolgreich sei. Es gebe keine Spekulationen in "irgendeine andere Richtung".
dapd
