Qualifizierte Ausländer aber willkommen - Bundesagentur interessiert an Fachleuten aus Krisenländern Pflegerat findet Abwerbung ausländischer Fachkräfte unmoralisch

Der Deutsche Pflegerat hält die Abwerbung ausländischer Pflegefachkräfte aus moralischen Gründen für bedenklich. Verbandspräsident Andreas Westerfellhaus sagte den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Dienstagausgaben), grundsätzlich sei zwar jede Pflegekraft aus dem Ausland in Deutschland willkommen, wenn sie qualifiziert sei und die Sprache beherrsche.

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Pflegerat findet Abwerbung ausländischer Fachkräfte unmoralisch

Essen/Berlin (dapd). Der Deutsche Pflegerat hält die Abwerbung ausländischer Pflegefachkräfte aus moralischen Gründen für bedenklich. Verbandspräsident Andreas Westerfellhaus sagte den Zeitungen der WAZ-Gruppe (Dienstagausgaben), grundsätzlich sei zwar jede Pflegekraft aus dem Ausland in Deutschland willkommen, wenn sie qualifiziert sei und die Sprache beherrsche. "Ich finde es aber zutiefst unethisch und unmoralisch, wenn wir die Pflegekräfte dort abwerben", fügte er hinzu.

Denn auf diese Weiss würden Lücken in die Versorgung der anderen Länder gerissen. Westerfellhaus reagierte auf Pläne der Bundesagentur für Arbeit (BA), die beispielsweise Pflegekräfte aus Portugal für den heimischen Arbeitsmarkt gewinnen möchte. Stattdessen appellierte Westerfellhaus an die Politik, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen.

Bundesagentur setzt auf qualifizierte Zuwanderer

Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland setzt die BA auf qualifizierte Zuwanderer aus den europäischen Krisenländern Spanien, Griechenland und Portugal. "Es gibt ein großes Potenzial in Spanien", sagte die Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung, Monika Varnhagen, der Zeitung "Die Welt". Tausende von Ingenieuren seien dort arbeitslos, auch IT-Spezialisten.

Nach ihren Angaben sind allein 17.000 Spanier grundsätzlich an einer Arbeit in Deutschland interessiert. In Portugal gebe es ein großes Interesse von Pflegekräften, nach Deutschland zu kommen. Auch für griechische Mediziner sei Deutschland interessant. Potenzial für Ingenieure, Ärzte, Pflegepersonal und Facharbeiter gebe es aber auch in Bulgarien und Kroatien.

dapd