Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt in der Debatte über ihre Führungsqualitäten verstärkt Unterstützung aus der CSU-Spitze. Parteichef Horst Seehofer verlangte am Montag ein Ende der öffentlichen Attacken aus der Union auf Merkel und versicherte, er sei "sehr" zufrieden mit der Arbeit der Kanzlerin.
Seehofer verlangt von der Union ein Ende der Attacken auf Merkel
München (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt in der Debatte über ihre Führungsqualitäten verstärkt Unterstützung aus der CSU-Spitze. Parteichef Horst Seehofer verlangte am Montag ein Ende der öffentlichen Attacken aus der Union auf Merkel und versicherte, er sei "sehr" zufrieden mit der Arbeit der Kanzlerin. Die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, die Erfolge der schwarz-gelben Koalition in den vergangenen Monaten könne sich "wirklich sehen lassen".
Seehofer mahnte vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München, die wirksamste Therapie gegen das Umfragetief der Union auf Bundesebene sei neben der Qualität der Arbeit auch die Geschlossenheit im Auftreten. In beiden Punkten könne die Union "zulegen".
Hasselfeldt sagte, wenn es Kritik an der Schwesterpartei gebe, sollte dies in den Gremien der Union ausgetragen werden. Sie fügte hinzu: "Ratschläge, die in der Öffentlichkeit gegeben werden an die eigene Adresse, sind selten gute Ratschläge, sondern sind dann eher Nackenschläge." Im Übrigen könne sich die Arbeit der schwarz-gelben Koalition in den vergangenen Monaten "wirklich sehen lassen".
Huber mahnt von Merkel klare Konzepte an
Der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber forderte allerdings von der Bundesregierung "klare Konzepte" beim Vorgehen gegen die EU-Schuldenkrise. Der frühere CSU-Vorsitzende kritisierte, derzeit gebe es unterschiedliche Äußerungen von Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Ausmaß der Probleme. In dieser Woche müsse jedoch eine deutliche und nachhaltige Entscheidung fallen, "um den Euro zu retten".
Das CSU-Präsidiumsmitglied Manfred Weber mahnte, die "gesamte Führungsspitze der Union" müsse den Bürgern stärker als bisher erklären, warum ein stabiler gemeinsamer Währungsraum in Europa notwendig sei. Dabei sei auch die Kanzlerin gefordert.
Der Vizechef der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament fügte hinzu: "Wir müssen an der Grundbotschaft arbeiten und raus aus dem Klein-Klein." Er warnte die Union zugleich vor Stimmungsmache und Populismus in der Europapolitik.
Seehofer: CSU vom Umfragetief nicht erfasst
Seehofer äußerte die Erwartung, dass beim EU-Gipfel am Donnerstag eine Lösung für die Schuldenkrise gefunden wird. Der CSU-Chef betonte zugleich, seine Partei sei vom Umfragetief der Union "Gott sei Dank" nicht erfasst. Er habe aber natürlich "auch ein Interesse, dass es in Berlin gut geht".
Seehofer kündigte an, er werde sich im Sommerurlaub vor allem auf den CSU-Parteitag im Oktober vorbereiten. Schließlich gehe es jetzt um die "Weichenstellung für die zweite Halbzeit" der Berliner Koalition. Seehofer fügte hinzu: "Und dann müssen wir ja wieder ordentlich in die Ruder greifen."
dapd
