Finanziell angeschlagene Euro-Staaten sollten nach Vorstellungen von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles aus dem Bewertungssystem der Ratingagenturen ausgeschlossen werden. "Wir sollten überlegen, ob man Vorkehrungen schafft, die es erlauben, Länder, die sich unter einem 'Rettungsschirm' befinden, vorübergehend aus dem Bewertungssystem der Agenturen zu nehmen", sagte Nahles.
Nahles: Keine Ratings für angeschlagene Euro-Staaten
Hamburg (dapd). Finanziell angeschlagene Euro-Staaten sollten nach Vorstellungen von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles aus dem Bewertungssystem der Ratingagenturen ausgeschlossen werden.
"Wir sollten überlegen, ob man Vorkehrungen schafft, die es erlauben, Länder, die sich unter einem 'Rettungsschirm' befinden, vorübergehend aus dem Bewertungssystem der Agenturen zu nehmen", sagte Nahles dem "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "In einem solchen Fall, in dem die Währungsunion für große Teile der Schulden haftet, sind Ratings kontraproduktiv."
Nahles forderte den Aufbau einer europäischen Ratingagentur. Man brauche eine unabhängige Institution, die Bewertungen vornimmt. "Eine europäische Ratingagentur muss es geben, weil Europa eine Alternative zum jetzigen Bewertungssystem braucht" sagte die SPD-Politikerin. Ferner müsse man die Abhängigkeit von den Urteilen der Ratingagenturen reduzieren. Die Ratingagenturen hätten keine Konkurrenz, sie seien privat und nicht dem öffentlichen Wohl verpflichtet, kritisierte Nahles.
dapd